Mittwoch, April 30

Sie bleibt nunmal die Beste

Montag, März 10

Fortsetzung der Vergangenheit

Nun, ich wollte mich ja wieder meinem Blog widmen. Und da ich ungerne von Zukunftsplänen erzähle, werde ich erzählen, was so passiert ist.

Ich habe mal nachgesehen: Meine letzten Blogs waren gesprickt mit Beziehungsdramen und der Suche nach einer neuen Wohnung. Folgendes hat sich getan:

Ich bin umgezogen. Zum 01.01. hab ich eine recht gemütliche Wohnung auf dem Hans-Albers Platz bekommen. 2 Zimmer, Stuck an Teilen der Decke und viel Platz für mich alleine. Einher mit meiner neuen Wohnung kam die Kündigung. Ich war jedoch nicht die Einzige. Alle meine Kollegen bekamen eine Kündigung. Eine Woche vor Weihnachten. Als ich nach dem Grund fragte, sagte meine CHefin sie wolle den Laden schliessen. Achja, und man dürfe keine Affairen mit Stammgästen haben. Das hat mich kurzzeitig umgehauen. Nicht die Tatsache, dass man sowas nicht haben darf - ist ja ok - aber dass sie denkt, ich hätte eine Affaire! Mit einem Stammgast! Woher zur Hölle nimmt sie ihre Informationen? Whatever, ich bin also meinen Job losgeworden, hatte aber genug gespart um die 1050 Euro Kaution + die ersten beiden Monatsmieten zu bezahlen. Dazu kam noch eine Menge neues Inventar. Man gönnt sich ja sonst nichts!

Job-Angebote erhielt ich nach meiner Kündigung nur mässig. Ich wollte einfach nicht auf dem Kiez arbeiten, aber jeder bot mir nen Job in einer Kiezkneipe / Discothek an.
Also doch mal im Docks reinschnuppern. Wenigstens stimmt das Trinkgeld.

Dino wohnt nun wieder in Winsen. Das war für uns beide mehr als schwer. Die ersten Tage haben wir oft telefoniert, bis ich ihn dann endlich besuchen fuhr. Nun bin ich mehr in Winsen als in Hamburg. Ich erledige alles von hier aus, fahre nur wenns nötig ist nach Hause. Ansonsten gibts ja online-banking. ;]

In Winsen hab ich eine Menge neuer Leute kennengelernt. Die meissten sind Dino's Jugendfreunde. Allen voran Achim. Oh Achim. Ein Thema für sich. Zuerst mochte ich ihn nicht, dann hab ich für ihn geschwärmt, und jetzt mag ich ihn wieder nicht. Eine Art Hassliebe. Ich glaube er weiss selber nicht was er will, weswegen er mich fast täglich anders behandelt. Aber egal, schliesslich mag ich ihn derzeit nicht!

Und nun haben wir schon März. Es wird langsam wieder annehmbar draussen. Die Sonne scheint! Zeit sich wieder nen ordentlichen Job zu suchen. Morgen fahr ich mal nach Hause und schau ob ich ein paar Bewerbungen raushau.

Rawr!

Donnerstag, Februar 28

Ein kleiner Einblick

in mein Leben, welches in die letzten 5 Monate führte.

Ich habe gelebt wie eine Hostess. Ich habe mich mit namenhaften Hamburger Unternehmern rumgetrieben, war mit ihnen in Berlin, bin mit einer Limousine durch die Stadt, von Club zu Club gefahren. Ich habe Kaviarhäppchen gegessen und Champagner getrunken. War in allen VIP-Bereichen der Stadt und musste feststellen - das bin ich nicht. So schön es auch war, aber ich fühlte mich gekauft. Wurde rumgezeigt wie eine Trophäe.. Der Mensch, der mich in diese Welt einführte, ist verheiratet und ich hab ihm mit meiner plötzlichen Abweisung wohl sehr verletzt, denn er hatte seiner Frau von mir erzählt. Und dann liess ich ihn hängen. Ich habe es niemanden erzählt, nicht meinen Freunden, noch meinen wannabe-Psychologen (genannt "Freunde auf Abruf"). Ich habe es nicht erzählt, weil es mir peinlich war und ich mir gut vorstellen kann, dass es mir sowieso niemand geglaubt hätte. Denn ich war "sie", die Person, die mit einem reichen Kerl ausgeht und dafür in die Welt der Reichen und Schönen eingeführt wurde. Heute, 2 Monate nach Beendigung dieses recht abstinenten Verhältnisses auf Zeit, bin ich bereit dafür gerade zu stehen. Ich werde mich entschuldigen, werde ihn noch einmal treffen und ihm erklären, wieso ich nicht so sein will. Denn ich mag mein Leben am Rand zur Wahnsinnigkeit. Das chaotische, das unorganisierte, das ungebundene Ich. So soll es sein. Aber ich schätze, die Erfahrung habe ich gebraucht um nichtmehr mit neidischem Blick zu fragen: Was wäre wenn?

Mehr möchte ich heute nichtmehr dazu sagen.

Salut.

Mittwoch, Februar 27

Aufstehen

Es wird Zeit mich wieder mehr um mich und meinen Blog zu kümmern. Aber bevor ich den nächsten Post ansetze, möchte ich eine klasse Sängerin mit einem klasse Song für sich sprechen lassen!


Adele - Chasing Pavements






drecks youtube - embed disabled by request. habs aber mal refreshed, denn das video ist eindeutig klasse!

Samstag, Dezember 29

Sin

Ich habe gerad einen sehr alten (4 Jahre) Beitrag von mir gefunden, den ich in einem Forum verfasst habe. Worum es da ging, ergibt sich aus meiner Antwort. Und ich finde noch heute, dass dieser Beitrag einer meiner "wertvollsten" ist.



Mhh, findest du nicht, dass Menschen die anders sind, wesentlich besonderer sind? Also ich sehe das so. Wenn man sich von der Masse abhebt, dann doch nicht nur aus Mangel an Kontaktfreudigkeit und Selbstbewusstsein.
Meiner Meinung nach haben solche Menschen bloss empfindlichere Wahrnehmungen, was zu Depressionen führen kann und wodurch man sich immer anders fühlt.
Seh' es positiv. Vielleicht bist du anders, aber das heisst nicht das du schlechter bist .. vielleicht sogar besser?

Montag, Dezember 17

Wenn die Notgeilheit zuschlägt..

Ich bin heute mal offen. Offen und ehrlich. Einigen wird das nun zu offen werden, aber - ich muss es mir von der Seele quatschen! (Wieso ich es sonst kaum jemandem erzählen kann, wird sich im Laufe des Textes erschliessen.)

Samstag.
Eigentlich müsste ich arbeiten. Zumindest steht auf meinem Schichtplan: Nina 11.30 Uhr bis 21.30 Uhr. Aber ich habe keine Lust. Und es ist das erste mal in meiner Karriere, dass ich blau mache. Punkt 17 Uhr gehe ich. Ich bin krank! Krank und verabredet. Eine Arbeitskollegin und ich wollen einen männerfreien Abend mit viel Alkohol und tanzen und .. Alkohol.. und usw. Um 20 Uhr erscheint sie bei mir, wir quatschen ne Runde und nehmen dann ein Taxi in die Nox-Bar. Da gibt es halt immer Alkohol. Und Kerle. Aber wir wollten ja ohne. Aber wer hat Dienst? Johnny und Mario. Perfect Game. Während meine Begleiterin eine Stunde an ihrem Cocktail nippt, trinke ich 3 und die obligatorische Coke. Wir entscheiden uns weiter zu fahren - mit dem Beisatz: "rawr ich hab die Wohnung heute Nacht für mich alleine.. und Mario nehm ich mit!"
Steffi, meine Begleiterin, schmunzelt. Ich weiss, sie nimmt mich nicht ernst. Sollte sie auch nicht. Aber irgendwie wusste ich, dass meine Pläne geschmiedet waren.
Whatever. Mit dem Taxi gehts auf den Kiez. Wir schauen ne Runde bei Eddie dem Luden rein. Steffi amüsiert sich köstlich, hat den Logenplatz zum Nutten-beobachten gefunden. Nach einem Drink geht es zum Club Bizarre. Der Türsteher will mich nicht reinlassen. "Ausweis!" Ich frag ihn, wie alt er mich schätzt und er sagt doch tatsächlich "irgendwas zwischen 16 und 19!". Ich lache, zeige ihm meinen Ausweis und meine Begleiterin schmeisst ihm mein wahres Alter an den Kopf. Etwas erschrocken gewährt er uns Eintritt. Ein bisschen gucken hier, kichern da.. Finden tun wir nichts.
Wir entscheiden uns nun für den Funky Pussy Club. Da gibt es immer witzige Menschen zu beobachten und ich denke, die Musik ist Steffis Stil. Im Funky Pussy Club folgt mehr Alkohol und einige Fingerzeiger auf sehr extreme Menschen. ;)
Allerdings haut mich der Bass etwas um. Der Alkohol vom Vorabend (nein, ich mutiere nicht zur Alkoholikerin) mag sich nicht mit Bass und Magen vertragen. "Steffi, mir is schlecht.."
Wir entscheiden uns für den Heimweg. Wir trennen uns vor der U-Bahn Station. Ich steige ins Taxi. Wohin soll es gehen? Na, nach Hause! Aber irgendwie.. ich weiss nicht warum! .. ich lande vor der Nox-Bar. Die hat eigentlich schon geschlossen und die Jungs feiern ihren Feierabend. Trotzdem lassen sie mich rein, kennen mich ja. Ich werde auf Champagner eingeladen, Johnny hat ja gekündigt und treibt es nun lieber wild als beherrschend. Wir trinken immer mehr.. und mehr.. hups Flasche 2 und 3 sind ja auch schon leer. Zwischendurch tanzt Axel mit dem 1,20m hohem Weihnachtsmann und haut ihm anschliessend den Kopf ab. Als Beweis haben wir ein Handy-Video! JA! DU HAST SANTA GETÖTET! Johnny und ich tanzen zu Dirty Dancing. Als er mich an sich drückt, schreit er ganz schamlos: "Das ist mein Handy!" - Johnny hat kein Handy.
Dann passiert es: Mario fragt mich nach Micha. Für alle ahnungslosen: Micha ist meine Affaire, mit der ich Stammgast-mässig in der Nox-Bar verkehre. "Er ist nicht mein Freund, lediglich Spass." - Jungs, holt die Gewehre raus, es ist Jagdsaison! Das Wild hat sich soeben willig und zum Abschuss frei gegeben.
Nun passiert wieder etwas unerwartetes. Johnny zeigt auch Interesse. 2 Jäger, 1 Wild. Sowas kann nicht gut gehen. Und jetzt fängt es an mir unangenehm zu werden. Es fallen zuviele eindeutige Sprüche. Johnny massiert mir unaufgefordert den Nacken und flüstert mir zu "Wer Wind säht, wird Sturm ernten." Und ich weiss, dass Johnny eine Freundin hat. Aber Gosh.. dieser Alkohol..
Ich spiele also mit.
Wohlwissend keine Grenzen überschreiten zu wollen.
Und da ist es! Danke! Ich finde mich wieder. Betrunkener denn je, aber sehr eindeutig jegliche Verführungsversuche abschmetternd. Dabei hab ich sie provoziert.. Irgendwie lande ich mit den Jungs dann doch noch im zwo11. Mario zieht mich Richtung Toilette, ohne Hintergedanken verschwindet jeder dorthin wo er hingehört. Johnny folgt uns, anscheinend will er etwaige Anbandelungen unterbinden. Verflucht, es ist 5.30 Uhr in der Früh und ich hab mächtig einen im Tee - denkt ihr wirklich da geht noch was? Eher nicht!
Johnny rafft es schnell, als beide mir an der Bar die Hand auf den Rücken legen wollten und ich schon ziemlich genervt reagierte. "Dieses angetatsche nervt langsam, hm? Na, das ist auch sehr unhöflich von uns!" Ab dann sind sie distanzierter. Und ich danke Johnny für seine Art. Er ist halt doch ein Schatz! Wenn auch manchmal ein recht anbiedernder.. ;)
Um 6 Uhr lasse ich mir ein Taxi rufen. Die letzten 30min habe ich nämlich damit verbracht einem penetrant nervemden Kerl zu verklickern, dass ich mir kein 50 Euro Feuerzeug kaufen würde, auch wenn er noch so damit prahlt - "Ein Feuerzeug ist dazu da, Feuer zu machen und wenn ich sowas haben will, kauf ich mir den Scheiss für nen Euro an der Tanke!" Ich werde als arrogantes Stück geadelt und geniesse sichtlich genervt seine Enttäuschung über mein Nicht-Interesse.
Um 6.17 Uhr betrete ich unsere Wohnung. Alleine. Und auch hier erwartet mich nichts. Ein Vorgeschmack auf meine neue Wohnung ab dem 01.01. - denn Dino ist über Nacht in Winsen bei seinem besten Freund. Also steige ich -alleine- in unser Bett -wo mich nichts erwartet- und stelle den Wecker auf 9.15 Uhr -da ich ja auch noch arbeiten muss-.

Nach 3 Std Schlaf und 10 Std Arbeit bin ich mir nun darüber bewusst, dass ich mir endlich mal nen richtigen Kerl anschaffen muss. So Freund mit Gefühlen und Treue und so. Bewerbungen bitte per e-mail oder wahlweise in die Comments. Vorrausetzungen: Du bist nicht mein Mitbewohner. Du bist nicht verheiratet. Und du bist nicht Barkeeper in meiner Stamm-Bar.

Salut. (nicht französisch!)

Freitag, Dezember 7

Ein Abend in der Nox-Bar feat. Mikey und sexy Mario

Ich für meinen Teil sage immer: Alkohol in Maßen, ich kenne meine Grenze. Und heute spüre ich die Auswirkungen vom bewussten Grenzüberschreiten.

Rückblick:
Donnerstag, 14.30 Uhr. Ein Arbeitskollege und ich wollten unseren freien Tag damit verbringen, uns das neue Tropenaquarium des Hagenbeck Tierparks anzusehen. Leider wurde ich versetzt, dummes Missgeschick. Er hat mir eine SMS geschrieben, dass er nicht kann. Haken: Ich habe garkein Handy. Also bleibt mir massig Zeit mich auf den Abend vorzubereiten. Das heisst: Duschen, schminken, Haare machen, anziehen. Sowas dauert bei mir, wenn es nahe an meiner persönlichen Perfektion sein soll, 3-4 Stunden. (Es gibt halt viel zu tun.)
Etwas unpünktlich kam ich dann in der Nox-Bar an. 20.30 Uhr. Ich wurde schon erwartet. Mikey feiert nämlich heute seinen Geburtstag. Sofort fängt er mich ein, zeigt mir wo die anderen sitzen. "Was möchtest du trinken?" Ich hätte gern eine Coke, aber dieser Wunsch wird nicht akzeptiert. Aber wir finden einen Kompromiss: Ich krieg ne Coke, in Verbindung mit einem White Russian. Nachdem ich gute 20-30 min an meinem White Russian genuckelt habe, mache ich wohl die ungeschickteste Aussage meiner "Trinken-mit-Mike"-Karriere. "Tequila?" Plötzlich stehen 6 vor mir. Trinken werde ich bis zum Ende des Abends aber nur 3. Und der letzte war schlecht, ich könnt drauf schwören.
Wie dem auch sei, der Abend verläuft wie ich es erwartet habe: Werner kommt noch vorbei und unterhält sich mit Ramses den ganzen Abend über meine Tauglichkeit als Darstellerin in seinen "Filmchen". Natürlich müssen dafür mein Hintern und mein Vorbau ungeniert angestarrt werden. Aber heute bleiben sie vergleichsweise nüchtern und charmant! Roland stiess des späten Abends noch dazu und könnte nun zu einer echten Gefahr werden, wenn er plappert. Ich hoffe nur, er plappert nicht.
Uh, da war ja der neue Tresenkerl. Johnny arbeitet nichtmehr alleine, sondern hat sich nun noch einen dazugeholt. Lecker Mario. Allerdings fiel meinem Begleiter meine Vorliebe zu dieser süssen Tresenschlampe eher auf, als mir selber. "Nina hat sich in Mario verknallt." Als diese Aussage durch unsere kleine Gemeinschaft schallte, merkte ich erst, dass ich ihn die ganze Zeit musterte und beobachtete - und in gleichen Zügen von meinem Begleiter beobachtet wurde.
Der Abend endete, so wie betrunkene Abende nunmal enden: Gute Ratschläge, kleine Diskussionen über Beziehungschaos und aufmunternde Worte zu fehlgeschlagenen Missionen. Für mich endetete er allerdings nur in dem Bewusstsein: 2 Coke + 1 White Russian + 3 Tequila + 4 Grashopper + 1 Kir Royal (Ja, Dekadenz gehört dazu.) = böse!

Donnerstag, November 15

whoop whoop

Nachdem sich nun rausgestellt hat, dass ich die Wohnung nicht halten kann, suche ich verzweifelt eine neue (bezahlbare). Altbauwohnungen im Kultviertel von Hamburg sind also ausgeschlossen.
Seit Tagen hänge ich mit der Nase im Hamburger Abendblatt und suche. Aber man findet echt nur schrott. Nun hab ich die Option "Viertel mit Ausgangssperre" oder "AdW ohne Anbindungsmöglichkeit".

Aus dieser Wohnung im Herzen der Schanze auszuziehen wird mir wirklich schwer fallen. Und ich weiss, ich werde nichts Vergleichbares finden.

Uh da fällt mir ein, ich muss Thilo mal anrufen. Hallo Thilo! Siehst du, ich denk an dich. :)

Das Hotel für meinen Berlintrip hab ich auch schon gebucht, allerdings ist mir ein wenig mulmig. Hab ich eigentlich je davon erzählt? Durch die Veröffentlichung dieser Seite unter meinen Kollegen hab ich irgendwie den unterschwelligen Wunsch gehabt, nichtsmehr aus meinem Privatleben zu erzählen. Whatever: ICH FAHR NACH BERLIN! Neuigkeiten, was? ;)
Ich werde mir ein schön distanziertes Wochenende machen, mir Berlin ansehen, in tausenden von Cafes und Bars abtauchen und feiern bis zur Bewusstlosigkeit. Trotzdem ist mir mulmig bei dem Gedanken. Berlin, so weit weg von zuhause und mit Personen, bei denen ich mir des Vertrauens nicht sicher bin. Aber ich seh meinen Bruder! wirrwarrrrrrrrrr

Montag, November 12

Kate Nash - Foundation

Montag, Oktober 29

Ich hab keine Lust mehr

Es ist Montag morgen, 6 Uhr. Ich komme gerade von der Notapotheke, habe mir die wohl teuersten aber auch hoffentlich wirksamsten Schmerzmittel der Welt besorgt. Und ich habe noch nicht eine Minute geschlafen. Dabei habe ich 13 Std Arbeit vor mir..

Wenn der Scheiss nun schnell wirkt, krieg ich vielleicht noch eine Stunde Schlaf vorneweg.

.. BITTE!

Sonntag, Oktober 28

Traumhaft

Kann mein Leben eigentlich _noch_ verrückter werden?

Mittwoch, Oktober 24

Update

-> done.

"Wenn zwei so frisch verliebte sich trennen.. was ist das für ein Wahnsinn?" - "Der Wahnsinn nennt sich Vernunft."

Dienstag, Oktober 23

smth strange

Ok, ich hab derzeit absolut keine Muse zum bloggen.. geschweigedenn Zeit. Mein Job ist unglaublich einvernehmend, 50 Std Wochen gehören zum Standard. Und irgendwie, irgendwo dazwischen hatte ich doch Zeit jemanden kennenzulernen (natürlich auf der Arbeit). Aber das hat natürlich einen Haken - nicht nur einen, wenn ich ehrlich sein soll.
Wie dem auch sei, wir sind nun in 10 Tagen 5 mal ausgegangen, hatten Spass und sind dabei auf ganz diskrete, geradezu altmodische Art und Weise vorgegangen. Wären diese vielen "Aber" nicht vorhanden, würde ich mich vielleicht auf den nächsten Schritt einlassen. Aber dann müsste ich meinen Job kündigen, denn meine Chefin tolleriert ein engeres, privates Verhätlnis zwischen Stammgast und Angestelltin nicht. Wüsste sie, dass wir ausgehen, hätt ich schon meine Kündigung in der Hand. *sigh* Und wäre es bloss der einzige Contra-Punkt..
Ich hab mir also vorgenommen es zu beenden - eigentlich schon Donnerstag, als wir am Hafen essen waren. Irgendwie hat das nicht geklappt. Nun nehme ich es mir für heute vor. Ja, heute. Heute Abend. Beim Essen. Jawoll. [...]

Naja, sonstige Neuigkeiten: Ab 01.01.2008 wohne ich wieder alleine. Dino geht zurück nach Winsen, seiner Heimat. Es wird für uns beide extrem schwer, wir sind es nichtmehr gewohnt ohne einander zu sein. Als er es mir sagte, sassen wir den ganzen Abend zusammen und haben zwischen lachen und weinen abgesprochen, unsere freien Tage weiterhin miteinander zu verbringen. Leider weiss ich, dass es nicht so kommen wird. Wir sind beide zu faul, um die Strecke Winsen - Hamburg für 2 Tage auf uns zu nehmen. ;)

Weiterhin: Meine Arbeitskollegin denkt, ich will sie mobben. Der Auslöser dafür ist so lächerlich, dass er nichtmal erwähnenswert ist. Samstag auf der Arbeit fragte mich dann ein Kollege: "Und was hast an deinen freien Tagen gemacht?" - "Arbeitskollegen gemobbt." - "Nein, ich meine gestern, wo du frei hattest!" - "Neue Pläne zum mobben von Arbeitskollegen ausgedacht."
Natürlich stand sie hinter mir, und hat es mitbekommen. Nun schmollt sie erstmal. Was soll's.

Das wars erstmal, ich räum nun die Bude auf und gehe dann duschen. Meine Verabredung wartet.

Donnerstag, Oktober 4

Die wunderbare..

.. Nina Hagen! Einer ihrer Songs, bevor sie nach England ausgewiesen wurde:





Und ja, haltet mich für verrückt, aber ich steh total auf den Song (meine Arbeitskollegen und mein Mitbewohner können es bezeugen - "Hör auf zu singen, verdammt nochmal!").

Montag, September 10

Bitte nicht weitersagen!

Aus gegebenem Anlass möchte ich das Thema Eva Hermann aufgreifen. Weniger Frau Hermann als das Thema Nationalsozialismus und wie man heute damit umgeht. Ja, Eva Hermann hat in der Öffentlichkeit eine Dummheit aus ihrem Munde gelassen, aber den Aufstand darum verstehe ich nicht so ganz. Ist es, weil ihre Aussage einfach total dusselig formuliert war (Halloooo, die Mütter wurden damals nicht wegen ihrer tollen Familienarbeit gelobt, sondern nur, weil und wenn sie viele Kinder für den Führer gebaren!) oder weil es mal wieder um das "verbotene" Thema geht?
Muss man sich neuerdings in einen abhörsicheren Raum einschliessen um den Namen Hitler laut aussprechen zu dürfen? Denn wenn jemand, und ich spreche nicht von einer in der Öffentlichkeit stehenden Person, sich laut über Hitler oder seine Zeit unterhält, dann wird man gleich von allen Seiten kopfschüttelnd angestarrt. Nur weil ich mich über Hitler, Goebbels oder Mengele unterhalte, bin ich doch nicht gleich eine Verherrlicherin deren Taten?! Oder? Sehen es die anderen wirklich so? Langsam bin ich wirklich unsicher.

Wo wir gerade dabei sind.. ich unterhalte mich nunmal gerne über den 2. Weltkrieg. Ja, dazu stehe ich. (Ich warte auf die weisse Kapuze in meiner Post.) Am Wochenende unterhielten ein paar meiner Freunde und ich uns mal wieder scherzhaft über Goebbels und seine rethorisch geschickten Reden. Diesmal war ein recht aufgeweckter junger Kerl unter uns. Sehr hibbelig und laut. Spielt gerne das Opfer für unsere bissigen Kommentare. Aber wir merkten Recht schnell, dass ihm das Wissen über das dritte Reich und den 2. Weltkrieg irgendwie - fehlte. Für das Wort habe ich jetzt 2 Minuten gebraucht. Wie dem auch sei: Hier eine Zusammenfassung seines (so glaubt er) Wissens:

Die SPD hat den 2. Weltkrieg angefangen. Das Reishaus wurde angezündet. Hitler machte nur Ferien in Holland. Und zuallererst fiel er in Frankreich ein.
Es gab noch weitere, unübertreffliche Aussagen von ihm, allerdings war die Beste, die ich je hörte: "Was ist ein Goebbels?"

Junge, du solltest mehr Kakao trinken.


(Ich stehe schon vorne an der Tür und warte auf die Polizei, die mich jetzt sicher nach meiner rechtsradikalen Neigung befragen möchte.)

Montag, September 3

Jungschauspieler und das ewige Leid

American Pie. Scream. Spiderman. Nur drei von unzähligen Filmen die in den letzten Jahren die Leinwand beflecken durften. Filme, die hochgelobt und für die Leistung der Jungschauspieler bejubelt wurden. Ehrlich gesagt: in meinen Augen ungerechtfertigt.
Seien wir doch ehrlich: Die "Fans" der Jungschauspieler sind eher an deren Privatleben interessiert als an ihrer schauspielerischen Leistung. Durchforsten das People Magazin nach unästhetischen Fotos, suchen im Internet nach Skandalvideos und lästern mit ihren Freunden über das "wer mit wem". Aber wo sind die offenkundigen Fans von Al Pacino und Robert DeNiro? Wieso hängen keine Poster von Andy Garcia (und der sieht echt lecker aus) oder Robert Redford in unseren Wohnzimmern? Und wieso interessieren sich die jüngeren Film- und Fernsehzuschauer nicht für dessen Privatleben? Wieso muss sich eine Meryl Streep erst in einem Film wie "Der Teufel trägt Prada" behaupten (und sie war wirklich gut, eine beständige Leistung) um im Gedächtnis unserer Fan-Generation wiedererweckt zu werden?

Hier muss ich einfach den Kopf schütteln.

Mittwoch, August 15

Aufräumtag

Man hat es min. 1x in der Woche. Zumindest ich. Einen Fimmel, es überkommt mich. Ich muss aufräumen. Putzen.
Diese Aufräumtage sind für mich pure Entspannung. Laute Musik, viel Zeit zum nachdenken. Und ich fühle mich pudelwohl, wenn alles wieder strahlt und glänzt.
Heute habe ich mir vorgenommen, mich selber wieder zum strahlen zu bringen. Und dazu ist vorab natürlich aufräumen angesagt.
Schmutz: Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Kopf durcheinander wegen Exfreund, Appetitlosigkeit und der stete Wunsch eine Zigarette zu rauchen.
Wo fange ich an.. ich glaube, das akute Thema ist mein Exfreund. Nun, wie in einem Vorpost erwähnt, habe ich mich letzten Mittwoch von ihm getrennt. Die Gründe sind simpel und ausreichend um dieser Trennung kein Veto einwerfen zu wollen. Seitdem habe ich versucht viel Abstand zu ihm zu gewinnen. Es klappte auch gut! Wirklich! Besser als ich dachte. Bis.. nunja, bis er mir gestern eine Nachricht schrieb. Selten hat mir jemand solche Worte gesagt. Er hat sich für die Zeit mit mir bedankt, hat mir gesagt, was für ein wertvoller Mensch ich sei, dass ich mich nie verstellen oder verkaufen soll, dass es ihn immernoch anficht, wenn er mitbekommt, dass andere Leute respektlos mit mir reden und dass er weiss, dass es ihn nichtsmehr angeht. Trotzdem sagte er es mir. Und es traf mich, unerwartet und mit voller Wucht. Es versaute mir den Tag. Allerdings erledigt sich das aufräumen fast wie von selbst: Er ist gerade nach London geflogen und wird die nächsten 3 Wochen auch dort verweilen. Das heisst, vielleicht wollte er mir die Dinge gestern nur abschliessend sagen. Nun ist es vorbei. Ich präge es mir ein!

Appetitlosigkeit und Schlafstörungen lassen sich wohl nicht so einfach vom Tisch fegen. Seit einer Woche plagen mich Albträume, alle 2 Stunden werde ich wach, schaue mich verstört um, gehe ein paar Schritte durch die Wohnung und versuche wieder ohne nachzudenken einzuschlafen. Mein Kopf ist schwer. Ich bin zu emotional und steigere mich zu schnell in etwas hinein. Aber dieser Zustand zeigt mir, dass ich lebe und zwar in allen Facetten. Wäre ich nicht so emotional und wären mir meine Umwelt, meine Freunde oder mein eigenes Leben nicht so wichtig, würde ich mich nichtmehr wohl in meiner Haut fühlen. Ich lebe doch nicht für mich alleine!? Ich lebe, meiner Auffassung nach, um anderen beizustehen durch dieses Leben zu gehen. Eine Freundin zu sein, eine Liebhaberin, eine Schwester, ein Hausdrachen, eine Unterhalterin, eine Heulsuse.. einfach ich zu sein. Aber all das nimmt mich in letzter Zeit mit. Vielleicht sollte ich ein paar meiner Rollen einschränken, mich etwas weniger zugänglich für andere machen. Vielleicht würde mein Kopf dann leichter werden. Was für ein Therapievorschlag!

Das letzte, leidige Thema ist das rauchen. Ich trinke nicht, 2x im Jahr vielleicht. Das soll mein anderes Laster nun rechtfertigen. Ich habe nicht geraucht, während ich mit Cornelius zusammen war. Er hasst es. Also hab ich es ihm zuliebe gelassen. Und warum habe ich wieder angefangen? Gute Frage. Vielleicht weil ich Angst hatte, mehr zu essen, wenn ich Kummer habe (wie nach einer Trennung). Und rauchen stoppt bei mir das Hungergefühl. Vielleicht sollte ich mich in einem Fitnessstudio anmelden. Das wäre doch eine Lösung! Kummer = Sport. Wenn diese Formel aufgeht, könnte ich ruhigen Gewissens aufhören zu rauchen.
Ich vermute, ich werde mich in Zukunft recht häufig in einem Fitnessstudio vorfinden.

Donnerstag, August 9

roar

Ich habe hier eben einen wirklich klasse Text verfasst. Es ging um meine Trennung und ich war mehr als froh, diesen Text zu haben, an den ich mich halten kann und mit dem ich mir alles von der Seele schreiben konnte. Dieses abgefuckte Bloggersystem meinte dann aber einen Fehler verursachen zu müssen. Der Text ist weg. Bei dem Versuch den Schaden in Grenzen zu halten, traf ich auf die Erklärung "drücken sie einfach 'Text wiederherstellen' und der von ihnen geschriebe Text erscheint!". Nun, bei mir gibt es diesen Button nicht, bzw. er ist unsichtbar. Und wenn man ihn anklickt passiert NICHTS. Rein garnichts! OK? ok!

Jetzt bin ich echt wütend.

Sonntag, Juli 22

Verrückte Momente die ich nicht vermissen möchte!

Mein Mitbewohner hält sich für Dr.Zoidberg (Futurama).

Ungelogen, er läuft seit Tagen grösstenteils nurnoch so durch die Wohnung:





(Ich hab auch nur 45min auf Youtube nach diesem Clip gesucht.)

Donnerstag, Juli 12

Einmal Keller bitte!

Dieses emotionale auf und ab nervt. Es nervt nicht nur Aussenstehende, es nervt vor allem mich.
Gestern war noch alles okay, ich habe soviel gelacht. Und heute, endlich, gibst du mir ein Zeichen und es werden Dinge ausgesprochen. Und ich kann mich gehen lassen. Ich habe lange nichtmehr so impulsiv losgeheult. Aber es tut gut. Endlich, auch wenn der Damm in die falsche Richtung aufgebrochen ist, so hast du ihn immerhin brechen lassen.

Nun hoffe ich nurnoch, dass es dir irgendwann wieder besser geht und du mir dies wenigstens auf einer freundschaftlichen Ebene mitteilen kannst.


Ohh tonight, you killed me with your smile, so beautiful and wild.. so beautiful.

Samstag, Juli 7

Lustig ist,

wenn man sich beim Haare machen KT Tunstall - Suddenly I See anwirft, lautstark mitsingt, die Prozedur 30min durchzieht, dann voller gute Laune das Haus verlässt und im Treppenhaus auf den noch komplett neuen Nachbarn trifft und er einen mit einem leise gesummten "suddenly i see" begrüsst. :D

Dienstag, Juli 3

Gefühllos

Ich habe festgestellt, dass ich ziemlich gut darin bin, Gefühle zu unterdrücken. Seit gestern müsste ich eigentlich unglaublich wütend, sauer, enttäuscht und/oder traurig sein.
Nun, wenn ich so hier sitze, alleine, auf meiner Couch oder auf meinem Chefsessel, dann kann ich diese sich anschleichenden Gefühle überrumpeln. "Nein, heute nicht!"
Gleichzeitig füllt sich mein Körper, zwischen dem oberen Halsbereich und meiner Leber, mit einer Art Leere. Als wenn man sich im freien Fall befindet (was man nur kennen sollte, wenn man im Free Fall Tower sass). Amüsantes Gefühl!

-

Aber wehe dem, der den aufkommendem Wind belächelt.

[I]|cojo: das sieht für mich gerade aus wie ein öltanker der in fahrt gekommen ist und der nicht mehr zu stoppen ist
[I]|cojo: ok öltanker ist jetzt nicht so ein charmantes beispiel

Arsch.

Montag, Juli 2

Abstinenz

Seit Monaten nehme ich mir vor, meiner Tante einen Brief zu schreiben. Ich habe sogar schon einen verfasst, ihn aber nie Korrektur gelesen oder es in Betracht gezogen, ihn einfach so abzuschicken. Nun, vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich mit niemandem, ausser meiner Mom und meinem Bruder, in meiner Familie seit über 2 Jahren gesprochen habe. Dass ich mich verletzt fühle, enttäuscht bin und eine Menge Wut aufstauen konnte. Meine Familie ist nunmal nicht mehr meine Familie. Akzeptiert.
Dieser Brief sollte eine Erklärung sein. Eine Erklärung für meine Flucht vor ihnen und meine Abneigung gegen ihre ab und zu geheuchelte Liebe. Er sollte meiner Tante klarmachen, dass ich erwachsen bin, meinen eigenen Kopf habe, mich nichtmehr manipulieren und ausspielen lasse, kein Druckmittel mehr darstelle und erstrecht nichtmehr Auffangbecken für gestörte Persönlichkeiten (und Gott allein weiss, wieviele allein diese Familie beherbergt) spiele. Diese Punkte betreffen weniger sie, aber die Konsequenz betrifft sie leider auch. Aber er sollte ihr auch sagen, dass ich positive Momente voller Zuneigung nicht vergessen habe. Dass ich mich sehr gut an unsere Gespräche erinnere, oder daran, wie sie mich (damals 12) und meinen Onkel (damals 13) auf der Hochzeit meiner Mutter mit Alkohol und Zigaretten versorgte und wir 3 voll erwischt wurden. Jetzt muss ich grinsen. Diese Aktion war wirklich godlike. Wie Opa angerast kam.. wie ein schnaufender Stier.. "hauch mich mal an!". :D

Nun, der Punkt ist aber folgender: Ich wollte/will ihr mit diesem Brief ein stilles Danke aussprechen. Danke, dass du mit mir meinen ersten Gang zum Frauenarzt gegangen bist (nicht lachen, als junges Mädchen hat man echt Panik vor dem Mann mit dem Spekulum). Danke, dass du mit mir über Männer gesprochen hast - gerade heute erinnere ich mich sehr gut an deine Worte und ich halte mich an deinen Rat. Danke, dass du damals ins Krankenhaus gekommen bist und mich am Krankenbett mit Süssigkeiten und Weintrauben versorgt hast und mit mir nicht über das Warum und Wie sprechen wolltest.

Tja, nun habe ich doch eine Art Brief verfasst. Einen Brief den sie wohl nie lesen wird.
Vielleicht, weil sie dann wüsste, dass ich seit Beginn meiner neuen Beziehung noch keinen Sex hatte. DANKE! Grrr. :)

Mittwoch, Juni 20

Family Guy

Ich lasse meine Lieblingsserie einfach mal für sich sprechen:

Intelligenzquotient




Political correctness




German History






Einfach mal auf Youtube.com nach Family Guy suchen und anschauen. :)


(Wer über die Ausschnitte nicht lachen kann: Interessiert mich nicht. Ich mag meinen Humor.)






/edit

Extra für Timmay



Freitag, Juni 15

Ein Schritt nach dem anderen.

Heute habe ich das erste mal einen grossen, richtigen Schritt Richtung Zukunft gemacht. Ein toller Schritt. Ein Schritt, der mir viel Platz für einen Sternschritt lässt. Ja, Basketball hat recht wenig mit meinem Leben zu tun, aber zumindest erinnere ich mich noch an diesen Sport. Und an Ausweichmöglichkeiten. Jetzt nur nicht ausweichen.
Ich schlage die Hände über meinem Kopf zusammen - sooo viel zu tun. Sooo viel zu beantragen. Sooo viel zu telefonieren. Und nur 10 Tage Zeit. Es werden keine angenehmen Telefonate. Ich muss zum Beispiel im Krankenhaus anrufen und Bescheinigungen über meinen 8 Monate Aufenthalt beantragen. Witzig, dass meine ehemalige Krankenkasse nun meint, ich solle das selber bezahlen. Die haben wohl 'nen Dachschaden. Wie dem auch sei..
Zwischen diesen Schritten gen "da vorne" gibt es zusätzlichen Stress. Dino und ich sind in letzter Zeit weniger Freunde als zwei sich ankeifende, schreiende, geladene Teilchen, die bei Aufeinandertreffen eine Explosion herraufbeschwören. Zugerne denke ich an die gemeinsam verbrachte Zeit, die Zeit in der wir zusammen gewohnt haben und uns gegenseitig in einem Spiel vom Sofa geschmissen haben. Die Art Zeit, in der man zusammen lacht, weil man verkrampft versucht "Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid" 10mal schnell hintereinander zu wiederholen. Die Art Zeit, in der man wortlos nebeneinander sass und trotzdem alles ok war. Derzeit ist leider garnichtsmehr ok. Wenn wir uns streiten, nehme ich die devote Seite ein. Er redet auf mich ein und ich schweige ihn in den Wahnsinn. Ich fühle mich, trotz allem was er für mich getan hat und teilweise immernoch tut, eingesperrt. Beengt. Nicht körperlich, damit kann ich umgehen. Allein durch mein schweigen während seines "Streitmonologs" merke ich, dass ich mich nicht entfalten kann, mich gehemmt fühle. Und das einzig aus dem Grund, dass ich denke, ich schulde ihm etwas und da ich es nicht zurückzahlen kann, gebe ich mein stummes Ja zu seinen Vorwürfen. Seitdem versuche ich nichtmehr existent für ihn zu sein.
Und wenn es mit Dino gerade erträglich ist, kommt Cornelius ins Spiel. Die Gefühle für ihn sind überwältigend. Ich fühle mich wohl und geborgen in seiner Anwesenheit, geliebt und sicher. Und wenn er mich berührt, ist es wie ein zucken durch den ganzen Körper. Ein Stromstoß. Aber nichtsdesto trotz bin ich froh darüber, ihn so selten zu sehen. Das lässt mir Zeit mich an Platz 1 zu stellen und mich um diese wichtigen Dinge zu kümmern.
Und jetzt, wo ich merke: Es tut sich was! - werde ich wieder offener und zugänglicher für meine Umwelt und meine Freunde. Wo ich mich vorher monatelang verkrochen habe und mit niemandem sprechen wollte, lasse ich plötzlich niemanden mehr aus meiner Nähe. Ich hab' viel mit Thilo geredet, der sich trotz einer herben Enttäuschung innerhalb unserer Freundschaft, langsam wieder zu einem vertrauenswürdigem Freund entwickelt. Und es lässt mich stolz auf ihn sein. Uh, achja, und dann ist da noch Sven, den ich seit fast 2 Jahren nichtmehr gesehen habe. Nächsten Mittwoch gehe ich mit ihm was trinken. :)

Ist nurnoch eins zu klären: Knapp 2 Wochen nach dem vergessenem Geburtstag meiner Mom sollte ich mich mal trauen sie anzurufen. Zumal ich Unterlagen von ihr benötige. Aber in erster Linie müsste ich mich entschuldigen, dass ich sie und ihren Geburtstag vergessen habe.

Wenn ich diesen Punkt aber nach ganz hinten Stelle.. mhhh.. ok! Nochmal von vorne. Ich schlage die Hände über meinem Kopf zusammen...

Mittwoch, Mai 30

Ich und das andere Ich

Dies wird ein, wie überraschend, ich-bezogener Beitrag.

Also Ich:
Ich hab viel zu tun. Ich ziehe um, ich habe einen neuen Job und beginne eine neue Beziehung. Garnichtmal so schlecht. Sicherlich gibt es hier und da einige mich auffressende Probleme, die mir manchmal den Schlaf und den Verstand rauben, mich heimlich weinen lassen und eine Verzweiflung hervorrufen, von der ich aber weiss, dass sie nur von gewisser Zeit sein wird.

Das andere Ich:
Trotzdessen, dass ich mich so sehr in mein Leben hänge, lasse ich zuviel (?) Platz für andere Leute und ihre Depressionen. Ich weiss nicht wieso, aber ich bin dann auch noch so geblendet, dass ich diesen Personen helfen will. Und heute musste ich mich dann vorwurfsvoll von meinem Mitbewohner fragen lassen, wieso ich dieser Person denn bitte noch helfen möchte, nach den Dingen die waren.. nicht, dass er weiss, was war, aber er weiss, dass diese depressiven Menschen, denen ich nun helfen möchte, mir einmal sehr weh getan haben. Ein sehr verwirrendes Syndrom.
Vielleicht sollte ich einfach aufgeben. Aber wäre ich dann nicht so, wie jene, denen ich helfen möchte?

Freitag, Mai 11

Ja, ich gestehe..

.. ich bin sowas von verliebt. Unglaublich!
Dieses Gefühl war schon fast aus meinen Erinnerungen verschwunden.

Ich kann nicht in Worte fassen, was für Stromschläge er in mir auslöst und wie glücklich er mich macht. Oh Gott! :)

Freitag, Mai 4

.. und es geht weiter

Montag werde ich noch ein paar Formalitäten klären und dann ist es soweit. Ich werde meinen eigenen Weg gehen, ohne irgendwen an meiner Seite. Völlig auf mich alleine gestellt. Und ich werde es schaffen. Vielleicht war ich körperlich nie alleine.. Dank einer Lena oder eines Dino.. aber im Kopf war ich es immer. Nun muss ich mich nurnoch durchsetzen. Stark sein. Ohne Kerl und ohne beste Freundin, völlig unabhängig, mein eigenes Leben leben. Es wird hart, ohne Frage, vor allem für Menschen, die immer eine Schulter hatten, an die man sich lehnen konnte, aber ich muss diesen Schritt gehen.
Ich werde 23 und bin ein kleines Kind, dass sich zugerne hinter Mommies Rock versteckt.
Und ich werde dieses "Privileg" noch ein paar Wochen geniessen dürfen. ..bevor die Mommy ihr Kind das erste mal ins Freischwimmerbecken schubst.

Kontrolle verloren.

Ok, ich dachte nicht, dass es je soweit kommen würde, aber ich glaube, ich habe nichtsmehr im Griff. Meine Gefühle sind total durcheinander; Der Frühling mag daran Schuld sein, oder einfach dieser Kerl, der mich in den Wahnsinn treibt. Und es fühlt sich gut an.
Ich stehe unter Strom, selbst die geschriebenen Sätze sind für mich wie Wörter auf einer Autobahn. Sie rasen an mir vorbei - und irgendwann falle ich um. Wielange kann ein Mensch dieses Tempo halten?
Der Knall wird kommen, und egal wie es endet, er wird erleichternd sein.

Mittwoch, April 4

emotionale intelligenz

Emotionale Intelligenz hat rein garnichts mit Allgemeinbildung zu tun. Ganz im Gegenteil. Bilden kann man sich immer und überall, wenn man es denn möchte. Man kann sich entwickeln. Der Mensch entwickelt sich. So heisst es doch immer, oder?

Ich muss gestehen, ich sehe mich da anders. (Sieht sich jeder, ich weiss.)
Ich sehe mich als besonders. (So wie jeder sich sieht.)

Nehmen wir das Beispiel der Blondine. Aufgetakelt, Paris Hilton Sonnenbrille, weisser Rock, Sonnenbankbräune, 2 Tonnen Schminke im Gesicht. Ich wäre jetzt ganz abwertend (bin ich es nicht schon?) und würde das Mädel innerlich auslachen (so wie ich es eigentlich immer tue). Ich würde mir sagen "oh je, du musst noch viel lernen". Ich würde mich, ohne äusserliche Anzeichen, über dieses Mädchen stellen. Sie wäre für mich nur eine "Tussie".

Nun, hier stehe ich, in meiner hüfthohen, olivfarbenen Hose, meinem passendem Tanktop und meinen schwarzen Sneakers. Ich fühle mich gut darin, ich fühle mich nicht abstossend oder verkleidet. Ich denke mir, im Stil der "du-darfst" Werbung, du siehst garnichtmal so übel aus, Baby - und wirke in genau diesem Augenblick genau wie die Tussie in ihrem Wannabe-Schick.

Das einzige was uns nun noch unterscheidet, sind unsere offensichtlichen Interessen. Ich denke über mich nach, über sie, ich versuche zu analysieren und zu kaschieren, während sie ihr Handy herrausholt und mir vorspielt, sie würde ein wichtiges Telefonat führen. Ich weiss, dass niemand in der Leitung ist, denn ich bin nunmal nicht blöd und meine zu wissen, warum sie sich so aufspielt. Sie ist wichtig. Denkt sie. Und ich fühle mich in diesem Augenblick wieder erhaben.

Meine Analyse über dieses Mädchen führe ich auf meine emotionale Intelligenz zurück, etwas, dass meiner Meinung nach, leider nicht jeder besitzt. Oder besitzen will. Klingt ziemlich arrogant oder? Eine Parallele. Sie sieht arrogant aus und ich denke arrogant. Wo also liegt der Unterschied? Kann körperliche Überzeugung mit der geistigen mithalten? Möchte man immer wissen, spüren, wann man angelogen wird? Und möchte man das akzeptieren? Muss man es nicht sogar akzeptieren, um sich nicht selber irgendwann mit dieser Lüge abzufinden?
Manchmal wünsche ich mir, einfach dumm zu sein.

rrrring rrrrring

Es gab eine Zeit, in der ich mich nicht vor dem ringen des Telefons gefürchtet habe. Leider liegt die sehr weit zurück.
Mittlerweile ist es so, dass ich nichtmehr rangehen mag. Der penetrant laute Ton des 70er-Jahre Telefons löst in mir schieres Unbehagen aus. Im Bauch macht sich das flaue Gefühl breit, dass am anderen Ende der Leitung nichts gutes auf mich wartet. Mir wird körperlich richtig schlecht.

Letztes Wochenende musste ich Samstag wie auch Sonntag arbeiten und an beiden Tagen war sehr viel los. Ich war, so muss ich es eingestehen, ein klein wenig überfordert. Und dann passierte es, gerade als ich 20min zuhause war. Es klingelte. Dieses verdammte Telefon. Dino ging ran und an seiner Mimik erkannte ich, das Telefonat ist für mich. "Deine Mum glaub' ich."
Und in dieser fürchterlich kurzen Zeit von der Couch bis zum Telefon wollte ich sterben. Immer wieder reissen diese Wunden auf, mit jedem Telefonat, dass ich mit ihr führe. Sie hat mir vor 2 Monaten die Wahl gelassen, ob ich noch weiter mit ihr Kontakt haben will oder nicht und ich dachte diese Zeit in der ich mich nicht gemeldet habe, wäre eine Antwort. Nein, natürlich genügt es nicht. Warum nimmst du nicht etwas grobes Meersalz und drückst es richtig rein?!

Mir fällt immer nur derselbe Spruch ein:

Der Mensch kann vergessen, aber nicht verzeihen.

Donnerstag, März 29

Revival der Hysterie

Mittdreissiger Frauen stehen schreiend und kreischend vor dem Hamburger Radioturm. Heute sind Take That da. Die Frauen, allesamt erfolgreich im Beruf, verheiratet, 3 kleine Kinderchen die zuhause warten, scheinen fast das weinen anzufangen. So stand es in der Zeitung.
Take That, ein Phänomen vergleichbar mit dem Hype um die Beatles. Ja, und wenn man genau hinsieht findet man so manch beachtliche Parallele. Und ich muss gestehen, ich war vom Take That Fieber betroffen. Ich feierte ihre Musik, ich träumte von einem gemeinsamen Leben mit Mark Owen und ich weinte als die Band sich trennte. Bitterliche Tränen. Und mit mir trauerte eine ganze Generation von pubertären Mädels. Es gab Hotlines für akut Suizidgefährdete, und trotz dieser aufmerksamen Hilfestellung der Medien, Politiker und Frauenhäuser, nahmen sich ein paar junge Mädchen das Leben. Die Trennung von Take That hat ihr kleines Herz nicht verkraftet, weil sie damals, genau wie ich, tierisch in jemanden aus dieser Band verknallt waren und das nunmal die Welt bedeutete.

10 Jahre nach dieser phänomenal dramatischen Trennung sind Take That zurück. Zwar nur zu viert, aber Robbie Williams geht es nunmal nicht so gut. ;)
Und das Publikum ist geblieben. Diese im Leben stehenden Frauen werden wieder zu verzweifelten 15jährigen und versuchen ihren Liebling nur einmal kurz zu berühren. Nur einmal Mark Owen spüren!

Ich bin froh, dass ich diesem anscheinend tieftraumatischen Gefühlsebenen entkommen bin. Zum Selbsttest habe ich mir die Greatest Hits von Take That geladen und schmöker ein wenig in Erinnerungen von Gefühlen. Und ich bin erschrocken, wie schlecht einige Songs doch sind. Brrr. Take That dürfen ihre Gesichter und ihre Musik wieder einpacken, ich bin (gottseidank) nichtmehr in der Pubertät.

Mittwoch, März 14

Erschöpft

Ich bin geistig und körperlich an meiner Grenze. Die totale Erschöpfung. Allein letzte Woche habe ich 47 Stunden gearbeitet, ohne Pause. Ich wurde so dermassen in das Team integriert, dass man mir anscheinend hemmungslos vertraut (Hi Ladenschlüssel.) und mir soviel Arbeit auferlegt, dass ich selbst nach Feierabend noch überlege was zu tun ist, neue Konzepte ausarbeite und Listen auswendig lerne, die am nächsten Tag nichtmehr aktuell sind.
Das einzige, was mich auf Trab hält, ist der direkte Blick auf meinen Lohn. Jeden Montag Abend, während des Teamtreffens, wird abgerechnet, die Hälfte des Wochenlohns wird bar ausgezahlt und die anderen 4 Wochenlöhne gibt es am Ende des Monats auf die Kralle.
Heute wollte ich mich belohnen, habe meine Bereitschaft abgesagt, und bin in die Stadt, shoppen. Aber ich konnte nicht entspannen, es war zu anstrengend einzukaufen und ich habe mich gezwungen etwas auszusuchen.

Ich bin leer, ausgesaugt, ohne fühlbaren Aufschwung. Bitte, lieber Chef, gib mir weniger Stunden oder spürbare Mittagspausen! :(

Montag, März 5

Ups, i did it!

Ja, ich habe es getan. Ich bin einfach hin, habe mich vorgestellt, war total ehrlich und bin mit der Tür ins Haus.
Die Konsequenz: Ich habe einen Arbeitsvertrag in die Hand gedrückt bekommen. Ich fange morgen früh um 10 Uhr an.

WOOOOOOOOOOAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!

Endlich! Danke! Ich bin so glücklich, heute kann mich nichtsmehr treffen.

Ich hoffe nur, ich halte durch..

Freitag, März 2

Layout

Ja, ich habe mir gedacht: Grün nervt. Grün ist so penetrant. Versuchen wir es mit braun in braun. Penetrantes braun. Aber neu!
Ich kann mal wieder nicht schlafen und lenke mich mit so einem Blödsinn ab.


Ich hatte heute die Chance einen ziemlich coolen Job zu bekommen und ich habe sie nicht genutzt. Ich fühlte mich nicht stark genug. Also ziehe ich mich wieder zurück, in mein kleines Schneckenhaus, in der Hoffnung, alles klärt sich von alleine.
Das wird es aber nicht. Oh je, ich bin ein hoffnungsloser Fall..

Donnerstag, März 1

Meine Einstellung zu Liebe

Ich glaube weder an die familiäre, noch an die grosse "Herz" - Liebe. Nein, ich schreibe niemanden vor, was er zu denken hat, ich habe auch nichts gegen andere Ansichten und ich diskutiere auch gerne darüber, aber ich lasse meine Erfahrungen für mich sprechen.
Menschen empfinden Symphatien, denken sie lieben. Im Prinzip fühlen sie sich bloss verpflichtet, empfinden aus Gewohnheit.
Keine Empfindung hält für immer ohne von der Gewohnheit eingenommen zu werden. Ich verzichte auf diese Empfindung, die wohl jeder von uns träge durch die Welt schleppt.
Ich lebe nur einmal, zumindest erinnere ich mich bloss an dieses eine Leben und das werde ich ohne Verpflichtungen gegenüber irgendwem geniessen.

Aber vielleicht empfinde ich Dank der Gewohnheit irgendwann anders..

Samstag, Februar 24

lügen, betrügen und intrigieren

Ich weiss nicht wieso und ich kann mir das Phänomen kaum erklären, aber ist es nicht so, dass wir alle irgendwann mal eine vertrauliche Information bekommen und diese idealerweise ausschöpfen OBWOHL wir gebeten wurden, das nicht zun tun?
"Ok, ich erzähl dir mal was, aber das MUSS unter uns bleiben!" "Na klar!" "Der Tobi hat gesagt, die Marie sei eine fette Kuh!" "Oh, wie gemein, dabei mögen sich beide doch.."

Ich bin die perfekte Intrigantin. Dummerweise will ich es meisst garnicht, aber ich kann mein verfluchtes Schandmaul nicht halten. Ich versuche es oft, aber umso weniger gelingt es mir meinen Vorsatz über Verschwiegenheit einzuhalten.
In diesem Beispiel mag ich Marie. Tobi eigentlich auch. Aber ich fühle mich verpflichtet, Marie darüber aufzuklären, dass Tobi doch ein ziemlich gemeiner Typ ist. Ich erzähle es Marie. "Aber das bleibt unter uns, ja?" Natürlich ist Marie wütend und spricht Tobi gleich darauf an. Tobi kann sehr charmant sein und in seiner unbeholfen niedlichen Art entlockt er Marie den Namen der Petze, die, so behauptet er jetzt, doch fies gelogen hat um beide gegeneinander auszuspielen.
Um diesen Eindruck zu unterstützen, behauptet dann Tobi, dass ich ja eigentlich auf ihn stehe oder dass ich eifersüchtig auf Marie bin. Aus welchem Grund auch immer. Er behauptet es. Und weil Marie eine Schwäche für Tobi hat, glaubt sie ihm natürlich. So wird aus Ehrlichkeit Lüge und aus Zustimmung Ablehnung. Neue Lügen werden geboren und neues Vertrauen erschaffen: Basierend auf einer Lüge, die zu Tage kam, weil jemand im Vertrauen die Wahrheit sagte.
Verwirrend, oder?

Die Frage die bleibt: Soll man Schweigen um andere Lügen zu unterbinden? Oder soll man die Wahrheit sprechen, um neue Lügen zu provozieren, die dann doch wieder gegen einen verwendet werden. So oder so komme ich auf das Ergebnis, dass es viel zu leicht ist Menschen zu manipulieren und Intrigen aufzubauen.

Mancher Mensch lebt gerne mit einer Lüge um der Wahrheit zu entkommen.
Marie, du siehst toll aus.

Dienstag, Februar 20

Filmtipp

In der Videothek gefunden und für gut befunden: Lucky Number Slevin.
Viele unerwartete Wendungen, ein Hauch Dramatik gepaart mit Lügen geboren aus einer Utopie.

Slevin flüchtet zu seinem Freund Nick Fisher nach New York, nachdem er sein Haus, seinen Job und seine Freundin verloren hat. Dort angekommen, ist die Tür zu Fishers Wohnung zwar offen, aber er selber nicht aufzufinden. Anstattdessen rennt die muntere Lindsay von nebenan die Wohnung ein.
Bevor die Suche nach Nick losgehen kann, klopfen auch noch 2 verschiedene Teams an die Haustür, die ihn nacheinander zu ihren Bossen, den Rabbi und der "Boss", bringen. Slevin kann sich natürlich nicht als sich selber ausweisen, da ihm morgens die Brieftasche geklaut wurde. Da er nun für Nick gehalten wird, erfährt er auch, dass dieser ein paar offene Rechnungen mit den Herren Oberganster offen hat..


Überzeugend in ihren Rollen: Bruce Willis (Mr. Goodcat), Morgen Freeman (der Boss), Sir Ben Kingsley (der Rabbi!), Lucy Liu (verwirrter Wannabe-Columbo und leidenschaftlicher Quincy) und Josh Hartnett (Slevin, der Pechvogel .. ?! :))

Auch wenn das Zitat zu einem anderen, guten Film gehört:

Revenge is a dish best serverd cold.

Montag, Februar 12

Draussen ist doof

Betty machts möglich. Die Unlust das Haus zu verlassen ist vorhanden, auch wenn wir es alle negieren, so sind auch wir nicht selten zu faul rauszugehen.
Nun gibt es eine Kampagne, die mich wirklich aufregt. Die Betty Slogans "Draussen ist doof." oder "Bleib zuhause und belohn' dich beim fernsehen." fordern auf, alles nurnoch von zuhause aus zu erledigen. Im Werbespot sieht man Fahrradfahrer die im Regen gegen Laternen fahren und natürlich fahren wir alle täglich im Regen gegen Laternen. Von anderen hochgelobt schlägt mir die Kampagne nurnoch auf den Magen. In meinem Kopf setzt sich das Bild dieser Generation fest, die uns in der Zukunft einmal repräsentieren soll: Die Generation der Faulheit, bei uns fing es an. Wir gehen nichtmehr einkaufen, dazu haben wir ja jetzt Betty. Der Grund, dass wir nichtmehr rausgehen, so behaupten wir später einmal, ist nicht die pure Faulheit, sondern die Angst vor dem da draussen. Schüler laufen Amok, Bombenleger versuchen unsere Bahnhöfe zu sprengen und der Orkan Ende letztens Monats gab uns den Rest. Lehnen wir uns also lieber zurück, geniessen die bequemen Polster unserer Couch und lassen Betty alles erledigen. Nun müssen wir nurnoch den Hund so abrichten, dass er die Tür öffnet, unsere Bestellungen entgegennimmt und den Kurier bezahlt.
Vielleicht überkommt uns dann eine kleine Welle von Mitleid: Der arme Kurier.. durch den Regen.. mit dem Fahrrad.. vorbei an gefährlichen Schulen, Bahnhöfen und Laternenmasten..

Donnerstag, Januar 25

Schwerelos

Derzeit gleite ich einfach dahin, ohne zu wissen was kommt und wie es kommen wird. Ich schiebe die unangenehmen Dinge weiter vor mir her, ignoriere sie.

Ich weiss was ich tun muss, aber ich weiss nicht wieso es mir so schwer fällt diesen Schritt zu gehen.

Anbei: Ich habe mir am Dienstag abend eine Serie angesehen und zum Schluss gab es ein Resume der Folge bzw des Inhalts. Es ging um einen Mann, schätzungsweise um die 40, mit Krebs. Er weiss nicht ob er die Operation überlebt und will sich deshalb verabschieden. Jeder erwartet, dass er nette Briefe verfasst, aber er nimmt Videokassetten auf, auf denen er abrechnet, mit jeder Person die ihm einmal sehr weh getan hat.
Vielleicht sollte man nicht immer alles schlucken, ohne sich lautstark zu beschwehren. Vielleicht sollte man einfach mal sagen: Du tust mir weh.

Mittwoch, Januar 3

Neues Jahr, alte Sorgen.

Silvester ist ein Tag wie jeder andere. Zumindest sagt mein Mitbewohner das. Eigentlich hat er auch recht, aber irgendwie dann doch nicht. Oder kippe ich, gerade ich, der non-Alkoholiker, mir einfach so eine Flasche Asti rein und bejubel Knaller und Raketen die eigentlich schon gehörschädigend sind? Eher nicht. Also doch nicht einfach ein Tag wie jeder andere. Ja, ich könnte nun weit ausholen über Sinn, ethische Vorstellungen, tiefgründige Bedeutungen, Hoffnungsträger [...] bla BLA BLAAA! Interessiert eh keinen, mich sogar am wenigsten.
Für mich persönlich war Silvester immer nur etwas besonderes, weil ich es mit Menschen verbrachte die mir sehr wichtig waren. Dieses Jahr habe ich es ruhiger angehen lassen und mit nur einem Menschen gefeiert, der mir wichtig ist. Ungewohnt, aber sehr schön. Kurz nach Mitternacht raus und das Schlachthof-Feuerwerk bestaunt, dabei, wie es nunmal unsere Art ist, über andere Menschen lustig gemacht und Szenarien ausgemalt, in denen Bodenfeuerwerke plötzlich umkippen und alles abschiessen. Mein treuer Begleiter tat so, als würde er schwer verwundet, aus mehreren Richtungen gleichzeitig getroffen, leicht in sich zusammensacken und wir kugelten uns, als Nachbarn schon etwas perplex zu uns rüberstierten. Die schadenfrohen Witze über Leute die zu nah am Bodenfeuerwerk standen und eventuell bald in Flammen aufgehen könnten waren nur subjektiv ein Brüller, wie wir feststellten, aber es hielt uns nicht davon ab, weiter zu flüstern und zu kichern wie zwei Verschwörer im feindlichen Gebiet. Auf dem Rückweg in die Wohnung der obligatorische Anruf meine Begleiters bei seinem besten Freund: Wir sind im Krieg!

Aber gerade weil meine Silvesterfeier das erste mal nicht ausgelassen und extrem mit kurzzeitigem Gedächtnisverlust und peinlichem rumgeknutsche mit Meerschweinchen (nicht nachfragen!) endete, konnte ich meinen subjektiven Abschluss nicht finden. Mir ist, als wäre dieser stillose Bruch zwischen zwei Wintermonaten noch nicht dagewesen. Anstattdessen jucken mich irgendwelche Weihnachtsgrüsse von Menschen, von denen ich definitiv keine Weihnachtsgrüsse haben möchte. Ich ärgere mich wund über einen Weihnachtsgruss einer ganz bestimmten Person. Offensiv aggressiv (würde ich gerne handeln), aber leider passiv depressiv (mein derzeitiger Gemütszustand über diese Person).

Ok, ich verrate hier und jetzt, dass ich seit 73920 Sekunden wach bin, seit mindestens 2,5 Stunden den Theme zu Conan the Barbarian in der Endlosschleife höre und mich die Frage, ob ich mir die Haare radikal abschneide, zu keinem schlüssigen Ergebnis kommen lässt.

(Ich glaube ich habe mich ziemlich verrechnet.. soviele Sekunden.. wieviele Stunden sind denn das jetzt? Ich komm jedesmal auf ein anderes Ergebnis.. ^^)

Donnerstag, Dezember 21

Die Zeit der Liebe..

und Depressionen. Genannt Weihnachten.

Und genau jetzt passiert es, dass ich anfange mich selbst zu interpretieren. Ganz klasse. Wirklich klischeehaft. Während ich also in der Küche stehe und Gemüse schneide, suche ich nach einem guten Vergleich: Welche Verhaltensweisen, welches Tier, würde man am ehesten mit mir in Verbindung bringen.
Natürlich versucht man selbst alles um sich irgendwie in das Profil einer Löwin reinzuquetschen, aber ich sehe es mittlerweile ein: Ich bin keine Löwin. Also suche ich weiter. Pinguine fallen auch weg, die sind ein Leben lang mit nur einem Partner zusammen und ausserdem mögen sie kaltes Wasser und Fisch. Ich bin kein Pinguin.
Die Suche gestaltet sich schwierig. Mittlerweile bin ich zumindest schonmal zu dem Entschluss gekommen, dass jenes Tier gefangen genommen sein müsste. Also entweder ein Tiger im Zoo oder ein Meerschweinchen im alten Hasenkäfig. Denn ich habe alles getan um mich nichtmehr frei bewegen zu können. Ich habe mir meinen eigenen Käfig gebaut. Vielleicht sollte ich es mit einem trotteligen Otter versuchen?

Ich suche einfach weiter und aufgrund meiner andauernden Selbstinterpretation werde ich schon ein Tier finden. Im chinesischem Horoskop bin ich übrigens Ratte, aber das passt nicht so ganz zu mir. Ich mag keinen Inzest.

Donnerstag, November 30

Somewhere over the rainbow..

Gestern war ich in der Vergangenheit. Ich war in meiner alten Schule und habe meine Zeugnisse abgeholt. Ich musste etliche Kilometer zu Fuss zurücklegen und da erst kam es mir wieder. Ich hatte tatsächlich vergessen in was für einer versnobten Vorstadt ich gelebt habe. Perfekte Häuser, perfekte Menschen. Dort fahren nur die geschäftstüchtige Männer mit Autos - ihre Hausfrauen nutzen das Fahrrad, ihre Kinder nutzen das Fahrrad und sogar die Hunde fahren in einem Lenkerkorb vorne mit im Fahrrad. Die Strassen sind natürlich perfekt, nicht ein Riss im Asphalt. Der einzige Lärm rührt von der Müllabfuhr her, die im übrigen in so einer perfekten Welt nicht Müllabfuhr sondern Abfall-Wirtschafts-Gemeinschaft-mbh heisst. Die Müllwagen sind auch nicht alt oder verrostet, ich glaube sie riechen nichtmal. Kleine perfekte Hausfrauen, die sonst aus Langeweile nur ihre Nachbarn beobachten, scheinen mit kleinen Parfümflaschen hinter dem Wagen herzuschleichen.
Im Herz der kleinen Vorstadt steht das perfekte Gemeindehaus mit einem weissen Turm und einer wunderschönen Anlage vorneweg. Direkt daneben das Frauenhaus. In den Fenstern des Frauenhauses hingen Schilder aus "Poltergeschirr abzugeben" - diese Frauen sehen offensichtlich noch grosse Hoffnungen in der Ehe.
Ein Lächeln huscht mir da doch übers Gesicht.
Ich kam mir so fremd vor auf meinem Fussmarsch quer durch meinen ehemaligen Wohnort und trotzdem lachte mich jede dieser perfekten Hausfrauen auf ihren perfekten Fahrrädern auf dem Weg zum perfekten Supermarkt an. Am liebsten hätte ich eine nach der anderen vom Sattel gerissen und geschüttelt. Die Welt ist hier vielleicht perfekt für euch und eure verwöhnten, perfekten Kinder .. aber das ist nunmal nicht überall so.
Ich erinnere mich, dass es an unserer Schule Schwierigkeiten gab, weil man die Hauptschulklassen nicht voll bekam. Unser Jahrgang umfasste 4 Gymasialklassen, 3 Realschulklassen und 1,5 Hauptschulklassen. Ich glaube gen Ende war es nurnoch eine, mit 18 Schülern. Realschule und Gymasium hatten rundum 30 pro Klasse.
Eigentlich spricht das für diese Vorstadt, aber ich fühle mich deplaziert an so einem Ort.
Ich brauche mein Chaos und meine Provokation, kleine Gefechte.
Ich habe nicht einen Augenblick um meinen Platz in dieser Gemeinde getrauert.

Nun bin ich wieder in Hamburg. Ich habe einem alten Mann, ein sog. Bettler, auf dem Heimweg etwas Kleingeld gegeben und ihm angeboten ihn in eine Einrichtung zu begleiten, da es wirklich schon sehr kalt draussen ist. Er lehnte meine Hilfestellung freundlich ab und ich verstehe es. Die Realität ist für jeden anders.

Freitag, November 10

Don't lie to me..

A lady tells her husband to go to the store to buy some coke. He walks down to the store only to find it closed. So he goes into a nearby bar to use the vending machine. At the bar he sees a beautiful woman and starts talking to her. They have a couple of beers and one thing lead to another and they end up in her apartment. After they've had their FUN, he realizes its 3AM and says, "Oh no, its so late, my wife's going to kill me". "Have you got any talcum powder?" She gives him some talcumpowder, which he proceeds to rub on his hands and then he goes home.

His wife is waiting for him in the doorway and she is pretty angry. "Where the hell have you been?" "Well, honey, it's like this. I went to the store like you asked, but they were closed. So I went to the bar to use the vending machine. I saw this great looking girl there and we had a few drinks and one thing led to another and I ended up in bed with her." "Oh yeah? Let me see your hands!" She sees his hands are covered with powder and says..."You Damn liar!!! You were playing billiards again!!!"


Mittwoch, November 8

Menschen

Nehmen wir uns nochmal die Menschen zur Brust.
Ich erwähnte bereits vorher: Menschen sind so einfach. Berechnend. Ich selber bin es wahrscheinlich auch, aber ich besitze eine (vielleicht unangebrachte) Souveränität, die mich über andere Menschen lachen lässt. Nicht gerade nett, mh?
Empfindungen machen Menschen aus, sie handeln kaum noch intuitiv, sondern erst nach mehreren ausgewogenen Nachdenkphasen um jede Gefahr auszuschliessen. Auch hier hatte ich ein schönes Zitat ein paar Beiträge zuvor: Impulsive Menschen kennen keine Grenzen!
Ich bin impulsiv. Und manche Menschen mögen mich dafür so garnicht. Ich falle mit der Tür ins Haus, renne mit dem Kopf gegen die Wand und breche mir beizeiten selber die Finger. Wer ein impulsives Ich hat brauch sich vor der sizilianischen Mafia nichtmehr zu ängstigen.

Leider bringen solche spontan-emotionalen Aktionen jede Menge Nachteile mit sich.
So entschied ich mich eines Abends, blind vor Wut über die Schnarcherei des neben mir liegenden Mannes, auf der Couch im Wohnzimmer zu schlafen. Leider liegt das Wohnzimmer neben dem Schlafzimmer und Monsieur wird wach, sobald man die Tür schliesst. Aber wir haben ja noch ein Sofa in der grossen Küche stehen. Also ging ich mit Decke und meinem Kuschelkissen in die Küche und liess mich auf dem 2-Sitzer nieder. Erwähnte ich schon, dass wir den Abend vorher griechisch gegessen haben? Und diverse Teller mit Knoblauchessenzen noch auf der Ablage standen? Ich habs ignoriert, Fenster auf und Augen zu.
Gute 4 Stunden später erwachte ich in der Morgendämmerung. Durch die Beschaffenheit der Lehnen unseres Ledersofas in der Küche war mein Nacken steif, mein Kopf dröhnte und der Knoblauchgestank aus meinem Mund war einfach unausstehlich. Meine Entscheidung bereuend trottete ich ins Bad, putzte mir erneut die Zähne und schlürfte zurück ins warme Bett zu Herrn Schnarchi. Von meinem demonstrativen Verhalten hat er natürlich nichts mitbekommen. Also alles umsonst. Impulsivität..

Und das war nur ein Beispiel meiner vielen Missetaten.

Aber ich beschwere mich nicht, impulsive Entscheidungen haben mir schon viele schöne Momente gebracht. Ein spontaner Kuss, ein spontanes "Ich hab dich gern", ein Lachkrampf ohne Auslöser.. ich liebe es! :)

Freitag, November 3

Zurück in die Zukunft..

Trotz der anhaltenden Euphorie der letzten Tage müsste ich mal meinen Hintern hochkriegen und ein paar Dinge erledigen vor denen ich mich bisher erfolgreich gedrückt habe.
Mitunter stehen ein paar Amtswege auf den Plan, sowie Verabredungen mit Bekannten die immer mal wieder angefragt haben. Eine Freundin die im süden Deutschlands lebt ist für genau 7 Tage hier im Norden und wir wollten zusammen was Essen gehen und uns in eine Talkshow setzen (als Besucher!). Und die ganze Zeit hab ich mich drauf gefreut.. Nun ist sie seit 2 Tagen hier und ich habe sie noch nichtmal angerufen.
Wovor habe ich immer so fürchterliche Angst? Arschbacken zusammenreissen würde ein ostdeutscher Tanzlehrer mir um die Ohren hauen. Aber ich mag nicht. Ich möchte einfach auf dem Sofa liegen und Family Guy gucken, abends dann was kochen und zusammen mit meinem Mitbewohner essen.
Nein, ich bin eigentlich nur total verwirrt. Ich will das garnicht. Es ist nur zu meiner Routine geworden, die angenehm erscheint. Gewohnheit. Bitter, wenn ich an mein Alter denke.
Ok, dann anders. Es muss was passieren.
Ich mache mir einen Plan für Montag. Und morgen rufe ich meine Freundin an und lade sie spontan ins Kino ein. Jawoll. Ich denke so könnte es klappen.
.. wenn ich mich und mein Durchhaltevermögen nur nicht so gut kennen würde.

Hilfe!

Montag, Oktober 30

such a perfect day

So entspannend wie heute war es lange nichtmehr.
Lustige Gespräche, schöne Musik, nette Menschen und ein bisschen Alkohol in der Sofa-Bar. Um bei einem Zitat zu bleiben: Ich geniesse die Leichtigkeit des Seins.
Ich bin relaxed.
Danke Euch beiden, ich fühl mich prima. :)

Sonntag, Oktober 29

Rollende Augen

In letzter Zeit habe ich oft über Dinge, Geschehnisse oder Menschen nachgedacht und dabei habe ich immer öfters meine Augen imaginär rollen lassen.
Ich bin definitiv keine Schublade, aber ich stecke Menschen in eben solche. Ok.
Dabei muss ich manchmal sogar drüber lachen. Die AXE-Werbung hat mich oft zum schmunzeln gebracht. Oh ja, wie er da steht und sich einsprüht. Göttlich. Oder der Verkäufer im Wal-Mart. Süss wie er mich bevorzugt, mir die Tüte aufhalten will. Und wie ich ihn, innerlich wieder mit rollenden Augen, ein zuckersüsses Lächeln schenke. So berechnend.

Menschen sind so einfach.

Und so kann ich, nachdem ich mir selber Klärung versprach, heute sagen: Ich habe es getan. Ich habe etwas geklärt. Wenn auch nicht auf die charmanteste Art und Weise, aber immerhin war ich nicht feige.
Drei Posts zuvor. Zwei Situationen hatten dringenden Klärungsbedarf.
Situation Eins: geklärt. Goodbye my dear.
Situation Zwei: wird Montag geklärt sein. Willkommen in der Realität.

Ich bin stolz auf mich. Ehrlich! :)

Gute Nacht Welt! Gute Nacht Hamburg.

Donnerstag, Oktober 26

Weisheit

Peter: I am going out.
Death: Wait, you can't tell anyone I'm here. For if humanity discovers that I'm not lurking in the shadows, consequences will be dire.
Peter: Go on.
Death: That's it.

(ep. #206, "Death is a Bitch")



Impulsive Menschen kennen keine Grenzen.




Dienstag, Oktober 24

another day





Jackpot!



Freitag, Oktober 20

lustig lustig trallallallalaa.....

Angeregt durch das Buch "Wie wirklich ist die Wirklichkeit" (Paul Watzlawick) habe ich mich heute sehr intensiv mit meinen Gedanken auseinandergesetzt. Eigentlich verdränge ich vieles was mich negativ berührt, aber heute soll es Klärung geben.
Watzlawick ist der Meinung, dass das was wir "Realität" nennen nur Kommunikation ist, das was wir sagen, mitteilen, hören wirklich ist. Er belegt seine Theorie mit vielen, zum nachdenken animierenden Beispielen. Für mich persönlich ein gerngelesener Leckerbissen, ich lebe von Interpunktion.
Genug vom Buch, es geht um mich. Hallo Egozentrik. Dieses Wort habe ich in letzter Zeit oft im Bezug auf mich benutzt.

Situation 1:
Ich habe einen Bekannten und ich habe ihm in einem emotional-schwachen Augenblick sehr viel anvertraut, zu viel. Über mein Leben, meine Problematik das Leben so anzunehmen. Klingt jetzt schon sehr dramatisch!
Durch seine Art mir zuzuhören und mich in Diskussionen zu fordern, habe ich mir eingebildet, einen besonderen Standpunkt in seiner Umgebung darzustellen. Und es vergingen nicht viele Wochen, da bereute ich meine Offenheit ihm gegenüber, denn ich musste mir eingestehen, dass ich eben nicht soetwas Besonderes bin. Er ist für jeden da und ich warf ihm eben genau das vor. Nicht seine Offenheit, sondern dass er jedem Menschen das Gefühl gibt etwas besonderes bei ihm zu sein. Hier warf mein lieber Bekannter mir vor, dass eben jeder Mensch besonders sei. Und so ging es im Kreis, ich warf ihm etwas vor, er anschliessend mir und dann folgten peinliche Ignorierungsversuche, die aber immer einer von uns beiden nicht durchhielt.
Wieso mach ich das ganze hin und her eigentlich mit? Sind wir in dieser zeitlich kurzgehaltenen Wortintimität "süchtig" nacheinander geworden? Süchtig nach dem Gefühl verstanden und gefordert zu werden? Sich mit jemandem auszutauschen, der auf dem gleichen Niveau ist wie wir?
Provokation.

Situation 2:
Ebenfalls ein Bekannter. 28, verheiratet mit einer bildhübschen Frau (die ihn von vorne bis hinten betrügt), emotional, tiefgründig, dennoch männlich, sportlich, tättowiert. Im ersten Augenblick mein Traummann. Im zweiten dann mein Verhängnis.
Ich bin sein instabiles Netz. In Gedanken betrügt er seine Frau. Mit mir. Nur in seinen Gedanken? Ich naives Mädchen. Bin ich nicht auf ihn eingegangen? Habe ich nicht mitgemacht? Heimliche Verabredungen, Telefonate, Emails...
Anfänglich blind habe ich mich mitreissen lassen. Aber so blind ich auch bin, Dummheit beherrscht mich nicht. Und so habe ich ihm schweren Herzens, aber mit geballter Entschlossenheit, gesagt, dass er anfangen soll ehrlich zu sich zu sein. Aber er versucht es nichtmal. Alle meine Angebote ihm als platonische Freundin zur Seite zu stehen in einer schwer ertragbaren Situation seines Lebens wurden einfach vom Tisch gefegt. "Gelesen, gut, danke, ich melde mich wenn ich betrunken bin und mit deiner Zuneigung Leeren fülle, für die du nicht verantwortlich bist."
Würde er nur einmal den Menschen in mir sehen, sich ansatzweise dafür interessieren was ich kann und wie ich bin.. Und je länger diese Situation andauert, desto weniger kann ich seine Ignoranz gegenüber denjenigen, die ihm wirklich wehtun, hinnehmen.

Zweifel.
Versteht hier eigentlich irgendwer irgendwas? Hat irgendwer je verstanden, was ich schrieb?
Ich bin wütend auf mich, ich habe mir von diesem ganzen Geschreibe mehr erwartet. Ich vertraue hier Menschen meine Gedanken an, die offensichtlich nicht in der Lage sind, damit umzugehen. Die einzigen Rückmeldungen die ich bekomme, sind unter den "leicht verdaulichen" Beiträgen. Dabei stelle ich doch zu jedem Beitrag Fragen!
Ich will wissen, keine Antworten, sondern Meinungen. Ich möchte von anderen Menschen etwas hören.
Verdammt, ich werde von zich Seiten animiert "Schreib doch mal wieder was! Du hast schon lange nichtsmehr in deinem Blog geschrieben.." - warum will hier bitte jeder lesen, aber sich nicht mit mir auseinandersetzen? Ich schreibe für ein Publikum, dass nicht in der Lage scheint, mir das Gefühl von Verständnis zu geben.
Das Gegenteil trifft ein, ich fühle mich nurnoch missverstanden und zweifel an meiner derzeitigen Offenheit, die ich hier zutage lege. Alle versuche mich mit jemandem auszutauschen, angeregt zu diskutieren, enden nach 3 Sätzen, da mein Gegenüber resigniert.
Provokation.. damit können wohl doch nicht soviele Menschen umgehen..

Stelle ich unnötige Ansprüche? Unangenehme Fragen? Wird mir jemals jemand antworten?
Nochmehr zweifel..

Dienstag, Oktober 17

Something stupid

Wir waren alle mal "jung". Jeder von uns hat die Pubertät schon durch oder steckt noch mittendrin. Oh und jeder mag sich, wenn auch nicht freiwillig, daran erinnern, was für ein Biest man in seiner Jugend war/ist. Dementsprechend versuche ich tollerant gegenüber Tokio-Hotel-Fans aufzutreten. Aber auch Tolleranz hat schmerzhafte Grenzen.
Ich bitte euch, als sich Take That damals getrennt haben, hab auch ich eine oder zwei Tränchen vergossen - was für ein Geständnis - aber ich lebe noch! Heute laufen nur ansatzweise Trennungsgerüchte von Tokio Hotel durch die Bildzeitung und plötzlich bedroht uns Hara-Kiri von 250.000 pubertären Schneckchen.
Jungs hatten so ein Problem nie. Zu meiner Zeit waren Lenny Kravitz und Nirvana total angesagt. Um meinen Status bei den mit Pickeln bestraften Jungs meiner Klasse zu behalten, hab ich natürlich auch Nirvana und Lenny Kravitz gehört .. und was sagt man da, ich mochte die Musik! Für Carina und Steffi und all die anderen Heulbojen meiner Klasse waren Boybands immer musikalisch höher angesehen. Und vielleicht hat sich da für mich alles verändert. Aus der pubertären Wollust gegenüber des männlichen Geschlechts habe ich andere Musik für mich entdeckt und bin somit ein Stück aus der Massenhysterie des "Tut das Erste Mal weh?" rausgefallen. Plötzlich interessierten mich viele verschiedene Musikrichtungen, immer inspiriert von Jojo und Flori und Matze und wie die ganzen coolen Namenskürzungen damals eben waren. Also liess ich mich morgens von den Beatles wecken, ging mit Lenny in die Schule und rockte am Nachmittag mit den Jungs zu Hip-Hop, abends sass ich mit einer damaligen Verbündeten hinter ihrem Haus an den Feldern und wir jaulten schmerzhafte Nirvana Songs. Und in all der Zeit trauerten Sissy und Co noch weiter um ihre Boybands..
Hat die damalige musikalische Orientierung Auswirkungen auf unser Heute? Ich meine, wo kommt eigentlich dieser "Schranz" her? Und wer hat es gewagt soetwas Grausamen auch noch einen Namen zu geben? (Hier versuche ich wirklich tollerant zu sein, aber in meinem Kopf brodelt es.) Ich meine, Techno und all das Zeug hat sicherlich eine Existenzberechtigung, aber doch nicht vor meiner Nase. Jeder macht eine Phase durch in der er sich entdecken will, aber muss das in grell-pinken Haaren, neon-gepunkteten Oberteilen und Zelthosen sein? Dazu das geradezu selbstverständliche Zungen- / Augenbrauenpiercing? Muss das sein, dass man einer Musikrichtung so eine peinliche Note verleiht? Ich persönliche traue mich nichtmal öffentlich Prodigy zu hören aus Angst man hält mich für so eine total Abgedrehte, die gleich in zuckenden Bewegungen über den Boden kriecht und es "tanzen" nennt, dabei ihren Mund unkontrolliert öffnet und ihr neonfarbenes Zungenpiercing offenbart, gepaart mit einem grell leuchtendem Knick-Stäbchen das ursprünglich als Fischköder gedacht war.
Gut, soviel dazu.
Wenn mich heute jemand fragt, was für Musik ich eigentlich so höre, dann verweigere ich jegliche Antwort. Erstens kennen nur wenige die Bands, die ich nennen würde (hallooooo, die my darling ist im Original von den Misfits und nicht von Metallica!) und zweitens könnte ich mich nie für eine Musikrichtung entscheiden.
Im Klartext heisst das, heute lass ich mich von den Cardigans wecken, verbringe den Tag je nach Stimmung mit Audioslave, Foo Fighters oder Pop-Songs die mich ansprechen, schreibe dann Artikel zu Bach oder Chaupin, gehe mit Gustav Gans einkaufen und lasse den Tag mit Autumns Monologue ausklingen. Tanzen gehe ich zu Dancehall, weinen tue ich zu Bonny Tyler und für zwischendurch gönn ich mir Midnight von RHCP.
Jetzt denken wahrscheinlich einige "Joa, sagt mir nix, kenne kaum was, haste ja toll gemacht!".
Ich gebe zu: Manchmal höre ich auch Robbie Williams! ;)

Mittwoch, Oktober 11

Wie lange noch?

Heute habe ich Geburtstag. Nein nein, auch wenn der Einstieg nicht so klingt, aber ich möchte nun kein "OH HAPPY BIRTHDAY LASS ES DIR GUT GEHEN HDL"-Gekreische. Mein Geburtstag bedeutet mir schon lange nichtsmehr. Es ist ein Tag wie jeder andere. Und genau hier belüge ich mich selbst. Natürlich wünsche ich mir meine Familie um mich herum, einen Kuchen und kleine Kerzen, ich möchte von jedem gedrückt und geknutscht werden, lachen und feiern. Aber das möchte vermutlich jeder an seinem Geburtstag.
Anstattdessen sitze ich mich selbst bemitleidend mit einer Flasche Weisswein am Schreibtisch und schreibe meine Gedanken nieder. Mein Mitbewohner hat meinen Geburtstag vergessen. Meine Mom hat erst nach Aufforderung per ICQ angerufen. Und von meinem Bruder weiss ich nichtmal ob er gerade in einer psychiatrischen Anstalt hockt und mit anderen Gleichgesinnten massentherapiert wird.
Nach einem weiteren Schluck meines Lieblingsweins kann ich mir ja endlich eingestehen, dass ich es mir selbst so ausgesucht habe. Mein Handy ist seit ca 10 Monaten aus, ich habe mich bei keinem meiner Verwandten gemeldet und verstecke mich hinter dem breiten Kreuz des angeblichen Selbstfindens.
Es ist also kein Wunder, dass mich fremde Menschen auf der Strasse für gestört halten. Auch wenn aus den falschen Gründen. Nachdem ich in der Stadt war und einen Kaffee getrunken hatte, bin ich mit einem offensichtlichen Koffeein-Schock meinen Wein kaufen gegangen. Meine Hände zitterten so sehr, dass ich die Flasche kaum halten konnte und beim Geld rauskramen ist mir alles aus der Handtasche geflogen. Na und? Schaut halt her, ich bin süchtig nach Weisswein und Selbstmitleid! Pah.
Mir fast völlig fremde Personen schicken mir per Email, ICQ etc Geburtstagsgrüsse, und so leid es mir tut, aber sie bedeuten mir nichts. Die ganzen "Happy Birthday"-mails sind mir egal. Umso trauriger stimmt es mich, dass die Personen die mir nahe stehen, nicht daran gedacht haben. Ach, mein Selbstmitleid tröstet mich. Und falls das nicht hilft, werde ich spätestens nach dem leeren der Flasche ziemlich gute laune haben.
In diesem Sinne, Prost!

Donnerstag, Oktober 5

Heimliche Liebe

(Für alle die nichts mit dem Spiel World of Warcraft anfangen können, dieser Post ist NICHT ernst gemeint!)

--

An meinen heimlichen Liebhaber

Wir küssten uns fernab am Strand,
reichten uns in Treue die Hand,
der Mond liebkoste unsere Haut,
wir liebten uns ganz heimlich - nicht laut.
Doch zurück liesst du mich ganz allein,
ängstigte dich die öffentliche Pein..
Dennoch, mein Herz, es flammt noch immer für dich,
lausch an meiner Brust, verschmähe mich nicht!


--


Und hier ein Bild von uns beiden aus glücklicheren Zeiten.. Um seine Anonymität zu waren, liess ich seine Augenpartie schwärzen.
Der Tote Hunter im Hintergrund war ein Versehen.

http://img175.imageshack.us/my.php?image=loveye7.jpg

<3 my dear!

Mittwoch, September 20

Tatü Tataaaa

Seit Wochen ist der Krach in unserer Strasse kaum aushaltbar. Schon morgens vor 8 Uhr fangen die Bauarbeiter hier im Haus das bohren, hämmern etc an. Vergessen wir nicht die Kreissäge. Die ist immer so freundlich und bereitet einem Kopfschmerzen der besonderen Art. Direkt hinter den Augen, als würde für jede Minute Kreissäge ein Stück Sehnerv absterben. Danke für diese einmalige Erfahrung! Die fleissigen Bauarbeiter kennen nichtmal eine Mittagspause. Die Kreissäge läuft auch normal von 12-15 Uhr, also direkt in der Mittagsruhe. Aber wen störts? Mich nicht, meine Augen waren mir eh oft zuwider! Und sollte um 16 Uhr endlich Feierabend sein, so gibt es da noch Uschi. "Pinky!!!!!" - "Haben sie meine Katze gesehen?" - "Piiiiiiinky komm zu Mama!"
Ich stehe kurz vor einer Mischung aus Nervenzusammenbruch und komplett-Ausraster. Nicht gerade selten musste ich mich die letzte Woche zusammenreissen um nicht die Fenster aufzureissen und Uschi meine Meinung über Ruhestörung entgegen zu spucken.
Für die Bauarbeiter hatte ich mir was anderes ausgedacht. Sowas wie "Ich bin psychisch gestört und sehr labil und wenn die Belastung zu gross wird, nehme ich den Revolver meiner Nachbarin und laufe Amok. Ich bevorzuge Männer in weissen Anzügen, wahlweise dürfen sie auch dunkelgrün und blau sein." Leider kam ich nie dazu meine Aversion gegen Lärm wirklich auszuleben. Denn ab heute ist Ruhe. Und ich geniesse es mit einem breiten Grinsen.
Gestern Abend, sehr spät, hämmerte die Polizei gegen unsere Tür. Ob wir Räuchterstäbchen anhätten..? Nein, haben wir nicht! Sie wiesen uns auf den verkohlten Geruch im Treppenhaus hin. Es roch wie bei uns im Badezimmer. Was vielleicht daran lag, dass just in dem Moment fast unsichtbare Rauchschwaden durch unseren Badezimmerlüfter zogen. Wir nahmen dass nicht ernst. Die Italiener und Portugiesen grillen zu jeder Jahreszeit ihre Fische.
Nichtmal 2 Stunden später hämmerte man wieder gegen unsere Tür, diesmal eine Nachbarin mit kurzen verwuselten Haaren, ungeschminkt im Pyjama. Sie wohnte 1 Stockwerk über uns, auf der anderen Seite. Sie erzählte uns, dass bei ihr der Rauchgestand immer schlimmer wurde und die Polizei wieder rief. Achja, die Rauchschwaden zogen jetzt schon aus dem Keller hoch. Sah wirklich interessant aus. Es dauerte nicht lange und die ganze Meute versammelte sich vor unserer Tür. Feuerwehr, Polizei, eine Traube von schaulustigen Nachbarn. Die von Gegenüber sassen sich einfach auf ihre Fensterbänke. Quasi der Logenplatz. Mein Mitbewohner und ich zogen es allerdings vor, uns darüber lustig zu machen. Er sass desinteressiert auf dem Bürostuhl, ich stand am Fenster und beobachtete die anderen Menschen. Dabei fielen dumme Sprüche über Explosionen, eventuelle Spaziergänge (er ohne mich, ich solle hier warten und gucken ob wirklich eine Explosion stattfindet), Schinkenherstellung, Brandstiftung von Uschi um mich auszräuchern und noch wesentlich geschmacklosere Dinge. Aber wir waren hocherfreut und fast euphorisch über das gemütliche Feuerchen, dass sich im Kellergeschoss ausweitete. Wir warteten geduldig auf die Evakuierung. Die Feuerwehrmänner hämmerten und klopften wie die bescheuerten, gedächnislosen an unsere Tür. Ich versicherte ihnen jedesmal das Gleiche: "Uns geht es gut, wir leben, nur im Badezimmer ist der Teufel los, wann werden wir evakuiert und gibt es gratis Pizza?" Letzteres wuchs auf den Helm meines Mitbewohners. :D
Etliche Stunden später war das Feuer endlich gelöscht, die Nachbarn wieder in ihre Wohnungen verkrochen, die Feuerwehr langsam abgezogen und der Gestand unerträglich. Bis auf 2 Polizisten, jung und knackig, war niemand mehr da. Sie warteten auf den Schlüsseldienst, da sie bei unserer Nachbarin die Tür aufgebrochen haben, die war nämlich nicht da und ihre Wohnung stand auch schon fast in Flammen. Also zog ich mich nochmals an, ja mitten in der Nacht, beiger Rock und Schokobraunes Top, und brachte den Müll raus. Ja, ich habe eine Schwäche für authoritär wirkende Männer. Und ich flirte gerne. Aber wer tut das nicht? :)
Und die netten Herren verrieten auch gleich: "Wenn die Bauarbeiter morgen früh hier antanzen und nicht wissen ob sie weitermachen sollen oder nicht, dann sagen sie ihnen, dass das natürlich verboten ist!"
Ich grinse immernoch.

Weltenbummler

Meine Familie belastet unendlich viele Probleme und weil jene kaum aushaltbar sind, ist unsere Familie keine Familie mehr, denn jeder hat sich irgendwie losgelöst und geht eigene Wege. Allein. Ich erwähnte ja schon meinen Bruder und meine Sorgen um ihn. Nun habe ich eine Nachricht bekommen, die meine Vermutungen leider komplett untermauert. Er muss in eine Klinik für Kinder und Jugendliche mit Verhaltensstörungen.
Diese Nachricht traf mich im ersten Augenblick wirklich unerwartet. Er hat am 6. einen Termin, soll sich die Zimmer dort ansehen. Auf meine Frage, wessen Anordnung es war, bekam ich die plumpe Antwort "Tim's Hausarzt!". Natürlich, der kommt auch einfach so vorbei und beobachtet meinen Bruder wochenlang passiv und entscheidet dann über die Behandlung. So ein verhurter Schwachsinn. Ich weiss auf wessen Mist das läuft. Und ich weiss, dass er es sich nur wieder einfach machen will. "Daddy wirds schon richten." Wenn ein 17jähriger rumbockt und sich zurückzieht, abweisend ist, nurnoch seine Ruhe will, sich einquartiert, nicht essen will und pro Nacht nur 3 Std pennt, dann kommt das nicht von irgendwoher. Und ich weiss wovon ich spreche, ich war auch mal Teil dieser Familie. Und ich weiss, verdammt nochmal, wo die Gewichtungen bei euch egozentrischen, arroganten Vollpfosten liegen. Ich bin so unglaublich wütend. Du hast doch selber schuld! Hast deinen Sohn nicht unterstützt, es sei denn er spielt Fussball, denn Fussball ist toll! Du hättest ihn schon lange auf andere Wege führen können, seine schulischen Leistungen lassen auch nicht aus Spass einfach nach. Aber ihr blöden Erwachsenen, ihr dummen Eltern, ihr wisst alles besser, so spricht euer Egoismus. Ihr seid so gestraft mit dem jetzigen Verhalten eurer Kinder? Ich hab' die Antwort für euch: Ihre Charaktere sind schon im Kindesalter gestorben und ihr habt sie zu dem gemacht was sie heute sind, wie sie heute sind. Ihr habt gegenseitig weggeschaut, wenn die andere Partei übergegriffen hat, ihr habt uns aufgehetzt nach eurer Trennung, uns benutzt. Und wo seid ihr nun? Mommy ist hunderte von Kilometerm weggelaufen, ihre Kinder aufgegebend, ihr Egoismus gewinnend. Aber wir beide wissen, werte Mutter, dass du schon sehr viel früher, noch während unseres Zusammenlebens, alles aufgegeben hast. Du hast aufgehört uns zu lieben, für die Liebe anderer Männer.

Ich möchte noch etwas zitieren:

"Ich war mit einem Freund meines Stiefvaters unterwegs, wir hatten Spass und ich fühlte mich geborgen und verstanden. Aber ich war zu jung und musste wieder nach Hause, wo meine Mama und mein Stiefvater zusammen mit vielen Verwandten sassen und feierten. Ich glaube sie feierten sogar meinen Geburtstag.
Ich brach vor der Haustür zusammen und weinte so bitterlich, wie ich es selten in meinem Leben tat. Irgendwer, mir gut zuredend, brachte mich in die Wohnung. Ich erinnere mich nichtmehr an den Auslöser, aber ich rannte wütend und weinend auf meine Mutter zu, die inmitten aller Gäste sass, und schrie sie an: "Was bist du für eine Mutter? Was bist du für eine Mutter hm? Was bist du für eine Mutter? .. Liebst du mich?" und ich sah dass ihre Augenränder rot wurden, als würden sie von Tränen gereizt. Sie sah mich an, direkt in die Augen und sie sagte einfach "Nein". Ich rannte nach vorne gebeugt, keuchend als würde mir der Sauerstoff ausgehen, in die Küche und öffnete die Schublade mit dem Besteck. Zwei scharfe Messer blitzten mich an, gross und das eine mit hellem Griff. Ich nahm genau dieses heraus und wollte es mir ins Herz stossen. Und in diesem Augenblick realisierte ich, dass alle Gäste, alle Verwandten, die Zeugen der Auseinandersetzung meiner Mutter und mir waren, immernoch dort sassen. Im Wohnzimmer, verlegen, mitleidig für meine Mutter und mich schweigen. Ich war ihnen egal geworden, mein Tod würde sie kurz schockieren, aber nicht verletzen."

Wenn Albträume Realität werden..

Donnerstag, August 31

Blick in die Ferne

Ich überlege hin und wieder über was ich schreiben soll, aber allzuoft verwerfe ich die Gedanken, da sie mir zu weit weg erscheinen. Worüber also schreiben, wenn die Vergangenheit doch so schmerzt und aktuell nichts geschieht?
Ich habe nie an das Naheliegenste gedacht, an Lena.
Aber wie schreibt man eine Einleitung über einen Menschen, den man am meissten liebt, aber auch am weitesten von sich gestossen hat? Wir kennen uns seit so ewig langer Zeit und wir sind durch mehrere Abteilungen der Hölle gewandert, als Kinder, als Teenies, als Möchtegern-Erwachsene und ja, auch als Erwachsene. Wir sind zusammen gereift, aber in so verschiedene Richtungen, dass wir einander verloren haben.
Ich möchte aber, wie oben erwähnt, nicht in schmerzenden Erinnerungen wühlen, sondern eher an das denken, was einen zum lachen bringt. Zumindest bringt es mich zum lächeln.
Dass wir beide durchweg einen an der Klatsche hatten ist unumstritten. Kaum trafen wir aufeinander, schon gab es nur lachen, dumme Scherze, lauten Streit. Wir sind beide sehr laut und somit immer einen Hingucker wert, wenn wir in die Öffentlichkeit treten.
Am liebsten erinnere ich mich daran, wie wir vor 3 Jahren im "Findet Nemo" Fieber steckten. Lena steckte zu der Zeit in einer schulischen Ausbildung zur Kindergärtnerin und rief mich gerne des Abends an: "Ich muss bis morgen früh einen 8-seitigen Aufsatz über die sozialen und körperlichen Entwicklungen von 3-5jährigen schreiben." Sie musste nicht darum bitten. Ich tat es gerne und auch nur für sie. Dieser Teil unserer Freundschaft war so sicher und auch so angenommen wie es eben war. Sie weiss, dass sie in schulischen Dingen eher schlecht ist, ihre Aufnahmefähigkeit und Konzentration ist begrenzt und wir beide wissen, dass ich in dem Teil einfach die Geeignetere bin. Also trafen wir uns um 22 Uhr an der S-Bahn-Station, fuhren zusammen zu ihr nach Hause, hielten unterwegs noch bei McDonalds (wie jeden Abend), lachten und weinten zusammen. Als wir am Leipniz-Platz nach unseren Milkshakes in den letzten Bus Richtung Lena's Wohnung stiegen, waren wir schon völlig überdreht. Die ganze Zeit über sprachen wir laut "Walisch" und fingen an "Einfach schwimmen, schwimmen, schwimmen!" zu singen. Dazu kicherten wir oft, natürlich auch sehr laut. Dem Busfahrer schien aber an dem Abend besonders leicht die Luft auszugehen. Wir flogen einige Kilometer vor Lena's Wohnung aus dem Bus und lachten auch darüber. Als wir gerade unsanft aus dem Bus stolperten, klingelte auch schon mein Handy und mein damaliger Freund "Peter" verstummte sofort, als er am anderen Ende das laute Gekreische und Walisch-Gequatsche hörte. Lena, mit ihrer frechen Klappe, schrie sofort los und machte sich über Peters Namen in allen möglichen Stimmen und Sprachen lustig. Am liebsten hallte es im Offizierston "Pedda!" durch die Gegend. Im Angesicht dessen, dass es weit nach 23 Uhr war, mitten in der Woche, und wir noch einen Aufsatz über mehrere Seiten vor uns hatten, schien unsere Laune sich nur zu heben.
Wir standen beide circa 15 min vor einer Wandzeichnerei, die einen -> Delphin <- darstellte, aber wir sprachen trotzdem mit ihm walisch und hofften eine Antwort zu bekommen. Wir waren nüchtern. Mag uns aber jetzt keiner mehr zu glauben.
Irgendwann schafften wir es endlich in ihre Wohnung und warfen uns aufs Sofa. Lena holte den Papierkram für ihren Aufsatz und ich fing an mich einzulesen. Sie setzte Tee auf und liess mir meine Zeit, mich mit dem Stoff auseinander zu setzen. Dann schrieb ich für gewöhnlich alles vor und sie schrieb es einfach ab. Zwischendrin machten wir eine Pause und gingen mit ihrem Hund raus. Es war etwa 2.30 Uhr nachts. Wir gingen direkt an der Weser entlang und genossen die sternenklare Nacht mitten im Winter. Es muss Januar gewesen sein. Wir setzten uns auf die Kanten einer zugefrorenen Bank und gestanden uns ein, dass wir voneinander abhängig waren. Nicht mit Worten, denn plötzlich waren wir stumm. Der einzige Satz, der fiel: "Wir sollten viel öfter nachts hier spazieren gehen...".

Ich wünsche mir, die Zeit zurückdrehen zu können. Schleich dich wieder morgens um 8 in meine Wohnung, komm ins Schlafzimmer gesprungen und wirf dich wieder auf mich rauf, weck mich mit deiner lauten Art, mit Brötchen auf der Kommode und gib mir das Gefühl zu leben!

Dienstag, August 22

Montag

Montag ist mein Hass-Tag. Es ist die Nacht in der ich nie schlafen kann. Ich liege stundenlang wach im Bett und denke über Dinge nach über die ich definitiv nicht nachdenken möchte oder ich versuche mich mit fernsehen und dem PC abzulenken.
Manchmal verbinde ich die Elemente und schaue mir einen Film über den PC an.
Heute nacht traf es "The Hills Have Eyes". Ich wollte ihn mir im Kino ansehen, aber niemand wollte sich das antun. Alleine ins Kino ist aber nicht so mein Ding, also doch zuhause gucken.
Nach 30sek hab ich ihn wieder ausgemacht. Spitzhacken die sich in Köpfe und Körper rammen sind mir zuviel. Immerhin sitze ich alleine im stockfinsterem Wohnzimmer. Kreischgefahr.

Ich bleibe also beim gammeln mit Nachdenkgefahr.
03.31 Uhr.
Frustration.
Ich denke darüber nach, wieso Menschen sich in Dinge einmischen, die sie nichts angehen. Es kommt immer einmal vor, dass 2 Personen aufeinander treffen und ein negatives Ereignis daraus entsteht. Geht es dann nicht nur die Beiden etwas an? Warum mischen sich Dritte ein, die überhaupt nicht wissen was passiert ist, aber erstmal Partei ergreifen. Egal wie objektiv sie vorher waren, auf einmal sind sie das gemeine Volk, dass sich für einen Herrscher entscheidet. Sie heucheln und intrigieren um sich ihrem Idol gegenüber noch loyaler zu zeigen. Ich verzichte darauf, ich brauche niemanden der mir die tröstende Hand hält, die nichtmal mehr weint.
Es nervt mich so ungemein, dass andere Menschen sich in meine Angelegenheiten mischen, selbst noch nachdem ich persönlich damit abgeschlossen habe. Wieso ist das so? Uneingeschränkte Liebe oder doch nur nervtötende Schleimerei?
Aber wieso sich beide Seiten der Medaille anhören und versuchen den Disput zu lösen..?

Machen wir weiter wie gewohnt und hetzen, ist doch viel spannender.

Get lost.

Sonntag, August 20

Zitat: "Whatever!"

Mein Blog liegt im Koma, der letzte Post scheint schon Lichjahre entfernt.
Aber mir fehlt derzeit die "Muse".
Es passiert einfach nichts. Und ich kann mir ja nichts aus den Fingern saugen.
Von daher, etwas Geduld. :)

Auch Komapatienten brauchen eine Reha.

Montag, August 7

Heute..

..erobere ich die ganze Welt!

Jawoll! :)

Die lieben Nachbarn..

Ich bin in einem recht lebhaftem Viertel wohnhaft. Hier tummeln sich Italiener, die Fische auf offener Strasse grillen, Weinhändler, die den ganzen Tag vor ihrem Geschäft sitzen und auf portugiesisch Mädchen bewerten und jede Menge Freidenker. Ein kultureller Mischmasch aus friedlichen Menschen die ihr Leben leben. Und es gibt Uschi.
Uschi ist das, was einige Menschen als Dorn im Auge betiteln. Ich nenn es lieber die Beulenpest.
Meine erste Begegnung mit der lieblichen Uschi war doch noch recht interessant, geradezu faszinierend. Ich kam vom einkaufen, vollbepackt mit schweren Tüten die sich in mein Fleisch schnitten. Ich hatte es fast geschafft, ich sah die Haustür schon, nurnoch 10 Meter! Da passierte es.. mal abgesehen von der Blamage, von einer Frau überholt zu werden die älter ist als ich es jemals werden möchte, fängt sie an mich vollzublubbern. Blubb blubb blubb.. und es hört nicht auf?! Sie fragte nichtmal nach meinem Namen, sie erzählte einfach. Ich glaube irgendwo mittendrin vernahm ich den Satz, dass sie einen ehemaligen Bewohner unseres Hauses umgebracht hat, weil der einen Blumentopf in ihren Vorgarten warf, während sie sich dort sonnte. Mein Mitbewohner bestätigte mir übrigens, dass der Mann über uns tot aufgefunden wurde. Der war aber erst 37 oder so. Aber bevor Uschi diesen Artikel über sich findet und ich zu einer Kronzeugin für ihre gestandene Tat werde, möchte ich einfach mal über diesen mysteriösen Todesfall hinweg sehen.
Also, meine erste Begegnung mit Uschi war ein ihrseitig geführter Monolog über ihr Leben und eventuelle Morde. Kein Punkt, kein Komma, kein "Oh, das sieht schwer aus! Sie sollten den Einkauf lieber reintragen! Sickert ihnen Blut aus den Ohren?". Nein, keine Gnade.
Wie ich es doch geschafft habe, mich aus ihren Mundwickeln zu retten, weiss ich heute nichtmehr.
Es vergingen Wochen ohne ein nochmaliges verbales Attentat seitens Uschi. Ohne ein direktes.
Der Sommer allerdings, der verfluchte Sommer. Er liess Uschi geradezu aufblühen. Das Erste was man morgens vernimmt (meisst der Grund des verfrühten Aufwachens) ist Uschi und auch der letzte Ton des Abends wird von Uschi bestimmt. Sie brüllt durch die Strasse, streitet sich mit jedem Nachbarn, droht kleinen Kindern und sollte sie doch einmal schweigen, kommt Pinky und übernimmt ihren Job. Pinky ist Uschi's Katze. Das arme Ding wird fast täglich von einem fetten schwarzen Kater vergewaltigt und geprügelt. Nicht, dass man stundenlang gequälte Katzenschreie vernimmt, nein, Uschi kommt sobald rausgelaufen und schreit mit. Man vernimmt dann Katze und Frauchen die ganze Strasse im Duett verfluchend.
Eines heissen Sommertages liess ich mich herab; Ich brachte den Müll raus. Auf der Treppe vor unserem Haus sass eine blonde Frau, ende 20. Wir beäugten uns kur, sagten freundlich "Hallo" und ich trottete weiter mit dem Müll in der Hand.
Zum Müll webringen muss ich unsere kurze Strasse hinunter gehen, dann links abbiegen. Dort ist ein durch 3 Meter hohen Zaun gesicherter Abfallbereich, den man nur mit einem Hausschlüssel öffnen kann. Manchmal steht in diesem grosszügigen Bereich auch Sperrmüll oder ein Mofa, an diesem Tag aber nur ein alter Herd.
Ich warf den Müll in die Tonnen, drehte mich um und für eine Milisekunde gefror mir das Blut in den Venen. Da stand sie und verperrte mir den einzigen Fluchtweg. Uschi mit lustigem Hut und einem aufgesetzten Lächeln. "Den Herd, da müsst ihr aber den Sperrmüll rufen! Das geht ja so nicht, dass hier ein Herd steht. Ruft ihr bitte heute noch den Sperrmüll?!" Ja, natürlich, der Herd gehört mir! Von ca 64 Parteien, die Zugriff auf unsere private Müllhalde haben, kann nur ich für den Herd verantwortlich sein! Nur weil ich grade dort steh, dann muss ich den wohl grade hergetragen haben! Ja, ich erinnere mich! Mein Mitbewohner schnürrte mir den Herd auf den Rücken und ich ging fröhlichen Gemütes die enge und gefährliche Treppe hinab und trug das Ding 90m durch die Gegend! Wiegt ja nichts! Als nächstes wollte ich den Kühlschrank unter dem linken und den Geschirrspüler unter dem rechten Arm spazieren führen..
Ohne weiter auf ihr "RUF DEN SPERRMÜLL ODER ICH STECH DICH AB"-Gebrabbel einzugehen, ging ich wieder Richtung Wohnung. Die blonde Frau sass immernoch hier, ich überlegte kurz ob ich ein freundlicher Mensch bin und fragte sie sogleich "Kann ich Ihnen helfen oder warten sie auf jemanden? Ich kann sie auch schon reinlassen!". Verdammt, es war nur nett gemeint.. sie antwortete: "Aeh ja - ich wohne hier, aber danke.".
...Ok, so lernt man seine Nachbarn auch endlich mal kennen.
Roten Kopfes ging ich in unsere Wohnung und lachte mit meinem Mitbewohner über diese doch sehr irrealen Situationen.
Und heute morgen ist mir dann der Kragen geplatzt. Ich schlief sehr unruhig und bekam sofort beim aufwachen ein Schwindelgefühl, welches ich mit nochmehr Schlaf unterdrücken wollte.
Aber sie schrie! Durch die ganze Strasse! Dem Schlaf entraubt, torkelte ich ans vordere Fenster und hörte dem Gekeife kurz zu. Eine andere Nachbarin beschwerte sich auch schon über Uschis andauerndes Gekreische und in meiner Wut tat ich es ihr gleich. Ich riss das Fenster auf und fragte Uschi in einem freundlich-verschlafenem Ton, ob es wirklich nötig sei den ganzen Tag durch die Strasse zu brüllen. Sie ging sofort in die Defensive und keifte nun in 2 verschiedene Richtungen. Ein drittes Fenster öffnete sich, ein junger Mann starrte ungläubig und noch mit Schlaf in den Augen Richtung Uschi und wollte grad ausholen, als sie ihm zuvor kam und ihm "Du hälst am besten gleich die Fresse!" entgegenschmetterte. Genervt zogen sich alle 3 kritisierenden Parteien zurück in ihre Wohnungen.
Ich machte mir einen Tee und putzte mir die Zähne. Als ich wieder Richtung Wohnzimmer kam, hörte ich Uschi noch immer mit sich selber sprechen. Sie schlich an meiner Wohnung vorbei Richtung Portugiesen. Da wird sie schon die richtigen Ansprechpartner finden! Und wie zu erwarten, schienen jene Uschi wirklich zu unterstützen. Kein Wunder, die wohnen ja auch am anderen Ende unserer Gasse... grrrr.
"Wenn die mich nochmal angreift, hol ich meinen Revolver! Den hat mir mein Vater damals geschenkt und hier in der Gegend muss man sich ja auch zu wehren wissen, falls man mal bei mir einbricht oder so!" - WAS ZUR HÖLLE?! Diese alte Gans ist gemeingefährlich! Nicht, dass sie wahrscheinlich den armen Mann über mir auf dem Gewissen hat, nein, nun hat sie es auf mich abgesehen!
Den Satz mit dem Revolver hab ich übrigens vernommen, während ich eine kurze Schreibpause einlegte und mir einen neuen Tee holte. Seitdem weiss ich, ich gehe nichtmehr von die Tür. Nicht alleine. Höchstens mit Begleitung. Und jene sollte dann bis an die Zähne bewaffnet sein. Und ich spreche nicht von Pfefferspray.. ich will Handgranaten und vollautomatische Maschinengewehre!

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